Europa

Sea-Watch 3: Verfahren gegen Rackete in Italien eingestellt

Die frühere Kapitänin der "Sea-Watch 3", Carola Rackete, kommt ohne weitere Strafe davon. Beim Anlegen im Hafen von Lampedusa rammte sie ein Schiff der italienischen Finanzpolizei. Sie habe "keinen Widerstand oder Gewalt gegen ein Kriegsschiff ausgeübt", hieß es zur Begründung.
Sea-Watch 3: Verfahren gegen Rackete in Italien eingestelltQuelle: www.globallookpress.com © Horst Galuschka/dpa

Im Juni 2019 war Carola Rackete auf dem Schiff "Sea-Watch 3" zusammen mit 41 im Mittelmeer aufgefundenen Migranten in den Hafen der Insel Lampedusa eingefahren. Ein Schiff der italienischen Finanzpolizei versuchte, dies zu verhindern. Es kam zur Kollision. Das Gericht im sizilianischen Agrigent urteilte nun, dass das Vorgehen von Kapitänin Rackete nicht "Widerstand oder Gewalt gegen ein Kriegsschiff" gewesen sei, so die Untersuchungsrichterin Alessandra Vella. Rackete habe mit ihrem Vorgehen die Pflicht zur Seenotrettung erfüllt. Sie wurde im Hafen festgenommen und unter Hausarrest gestellt.

Die Untersuchungsrichterin schloss sich nun der Argumentation des obersten italienischen Kassationshofs an, der im vergangenen Jahr die Freilassung Racketes aus dem Hausarrest für rechtmäßig erklärt hatte.

Mit der Entscheidung, die Ermittlungen gegen Rackete einzustellen, habe das Gericht "die Notwendigkeit, Leben zu retten, anerkannt", sagte Racketes Anwalt Salvatore Tesoriero der Nachrichtenagentur Adnkronos

Somit ist das Verfahren endgültig eingestellt worden. Das zuständige Gericht gab laut der römischen Tageszeitung La Repubblica in ihrer Online-Ausgabe am Mittwoch dem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft statt.

Drei Männer der von ihr zuvor nach Italien gebrachten Migranten wurden in Italien wegen schwerer Verbrechen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die Delikte: Folter, sexuelle Gewalt, Beteiligung an kriminellen Vereinigungen, Menschenhandel und Mord. Die Männer wurden am 16. September 2019 in einem Asyllager in der sizilianischen Stadt Messina aufgegriffen. Bei den Verurteilten handelt es sich um Mohamed Condé (27) aus Guinea und die  Ägypter Hameda Ahmed (26) und Mahmoud Ashuia (24). Sie wurden unter anderem für schuldig befunden, als Mitglieder einer libyschen Schlepperbande Migranten gequält zu haben, um Geld zu erpressen.

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