Europa

Aufgrund neuer Erkenntnisse: Norwegen nimmt AstraZeneca komplett aus Impfprogramm

Norwegen hat den Coronavirus-Impfstoff AstraZeneca aus seinem Immunisierungsprogramm gestrichen. Das Risiko, an Nebenwirkungen durch eine AstraZeneca-Impfung zu versterben, wird höher eingeschätzt als das Risiko einer tödlich endenden Infektion durch das Coronavirus.
Aufgrund neuer Erkenntnisse: Norwegen nimmt AstraZeneca komplett aus ImpfprogrammQuelle: www.globallookpress.com © Frank Hoermann/SVEN SIMON

In Deutschland hatte die Ständige Impfkommission aufgrund mehrerer Fälle von Hirnvenenthrombosen bei jüngeren geimpften Personen empfohlen, den schwedisch-britischen Impfstoff AstraZeneca (AZ) für über 60-Jährige einzusetzen. 

Wer jünger ist, kann auf eigenen Wunsch und nach ausführlicher Aufklärung trotzdem mit AZ geimpft werden. Der Einsatz des Impfstoffs liegt im ärztlichen Ermessen. 

Aufgrund neuer Erkenntnisse hat man in Norwegen nun entschieden, dass das AZ-Vakzin nicht mehr zum Einsatz kommen soll. Seit dem 11. März wurde der Impfstoff in Norwegen nicht mehr verimpft. Verabreicht werden derzeit BioNTech/Pfizer und Moderna.  

Der Direktor der Abteilung für Infektionskontrolle und Umweltgesundheit am Norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit, Geir Bukholm, über die Entscheidung: 

"Wir wissen jetzt wesentlich mehr über den Zusammenhang zwischen dem AstraZeneca-Impfstoff und den seltenen, aber schweren Vorfällen mit niedriger Thrombozytenzahl, Blutgerinnseln und Blutungen als zu dem Zeitpunkt, als Norwegen im März beschloss, mit dem Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffs zu pausieren."

Es sei keine leichte Entscheidung gewesen, so Bukholm, da dieser Entschluss Auswirkungen auf das Impfprogramm und somit auf eine Aufhebung der Maßnahmen zur Infektionskontrolle nimmt. Das Institut geht davon aus, dass sich durch die fehlenden AZ-Stoffe im Impfprogramm die geplanten Impfziele um zwei Wochen nach hinten verschieben. 

Diejenigen, die bereits eine Dosis AstraZeneca erhalten haben, werden als zweite Dosis einen anderen Impfstoff bekommen. Auf dem Prüfstand steht noch der Impfstoff Janssen. Das Vakzin wird vorerst nicht in die EU geliefert, da es in einigen Fällen auch hier zu Thrombosen kam. 

"Da es wenige Leute gibt, die in Norwegen an COVID-19 versterben, wäre das Risiko größer, nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin zu versterben, als das Risiko, durch die Coronaviruserkrankung zu sterben, besonders bei jungen Menschen."

Innerhalb der norwegischen Bevölkerung gibt es bereits eine gewisse Skepsis gegen AstraZeneca. Unklar ist, wie viele Menschen in dem skandinavischen Land einem Aufruf für eine Impfung mit diesem Impfstoff gegen das Coronavirus folgen würden.

Rund 1,6 Millionen Menschen haben bisher eine erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten, 310.000 Personen bereits zwei Impfungen. 

In Norwegen werden derzeit durchschnittlich 422 Testpositive pro Tag gemeldet. Seit Beginn der Pandemie waren es 112.540 vermeldete Coronavirus-Infektionen. An oder mit dem Virus sollen in Norwegen 756 Menschen verstorben sein. Damit mehr Menschen schneller geimpft werden können, wird das Intervall zwischen den Impfungen von sechs auf zwölf Wochen ab dem 3. Mai erhöht. Für diejenigen, die eine erste Impfung erhalten haben, könnte es bald schon Lockerungen von den Maßnahmen geben. 

Mehr zum Thema - "Vermutete Nebenwirkungen" nach Impfung: 74 Tote in Österreich – 59 Hirnthrombosen in Deutschland

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