Europa

Lockdown-Protest: Französische Wäschegeschäfte beschicken Premierminister mit Dessous (Fotos)

Die Besitzer kleiner Dessous-Shops in Frankreich lassen Ministerpräsident Jean Castex ihren Verdruss über die Corona-Schutzverordnungen hautnah spüren. Aus Protest gegen die Schließungen ihrer Geschäfte schicken sie ihr Warensortiment direkt an das Büro des Premiers.
Lockdown-Protest: Französische Wäschegeschäfte beschicken Premierminister mit Dessous (Fotos)Quelle: Gettyimages.ru © Sergei Tschaiko

Die französische Regierung hatte zuvor wegen der weiterhin angespannten Corona-Lage im Land die Schließung aller "nicht essenziellen" Einzelhandelsbetriebe angeordnet. Mit der pikanten Aktion wollen die Inhaber kleiner Wäschegeschäfte, die von der Maßnahme betroffen sind, diese Kategorisierung anfechten. Die Vertreter der Branche schlossen sich zu einer Gruppe namens Action Culottée (Freche Aktion) zusammen und lassen ihre Wäscheartikel dem Büro des Premierministers per Post zukommen, um ihn auf die dramatischen Folgen der Schließungen aufmerksam zu machen. Zahlreiche Fotos der provokanten Zusendungen wurden von dem Verein in den sozialen Netzwerken geteilt.

Jedem Paket ist ein Brief an Castex beigefügt, in dem Action Culottée argumentiert, dass jeder Handel ungeachtet der Vorschriften der Regierung unverzichtbar ist, einschließlich des Verkaufs von Unterhosen:

"Sie finden in der Anlage zu diesem Brief ein Element des täglichen Lebens, das von Ihrer Regierung als nicht essenziell angesehen wird: Schlüpfer".

In Zeiten der Corona-Pandemie seien Unterhosen genauso "eine Frage der Hygiene und des Schutzes", erklären die Wäschehändler ferner. Mit der Aktion wollen sie die Behörden für die kritische Lage Hunderter Dessous-Läden in ganz Frankreich nach den Zwangsschließungen sensibilisieren.

Diese Woche hatte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran sein Vorhaben bekräftigt, nicht essenzielle Geschäfte bald wieder schrittweise öffnen zu wollen. Eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Betriebs seien allerdings niedrige Inzidenzwerte in den betroffenen Gebieten, sagte er. Laut Véran soll mit den Öffnungen voraussichtlich Mitte Mai begonnen werden.

Während einige Gebiete Frankreichs weiterhin stark von der COVID-19-Pandemie betroffen sind, gingen die Infektionszahlen in anderen Teilen des Landes zuletzt leicht zurück. Auf nationaler Ebene schrumpfte die tägliche Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche dem Gesundheitsminister zufolge von 40.000 auf 33.000 pro Tag. Véran warnte jedoch, dass die Entwicklung noch sehr "fragil" sei. Er forderte seine Landsleute auf, die Bemühungen in diese Richtung fortzusetzen.

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