Europa

Wiener Spitzenarzt: Jede zusätzliche Impfdose hilft – Sputnik V "sicher und wirkungsvoll"

Zunächst verbreiteten Teile der europäischen Politik und Medien Skepsis gegenüber dem russischen Impfstoff Sputnik V. Doch jetzt, wo es an Impfstoffen mangelt, mehren sich die Stimmen, die einen raschen Ankauf des Impfstoffes befürworten. Dazu sprach RT mit Thomas Szekeres, Präsident der Wiener Ärztekammer.

Der Präsident der Wiener Ärztekammer, Thomas Szekeres, hat im Interview mit RT erklärt, dass die Ärztekammer die Verhandlungen der österreichischen Regierung mit Russland zum Ankauf des  Corona-Impfstoffes Sputnik V "sehr begrüßt" habe. Szekeres stellte klar:

"Jede zusätzliche Dosis an Impfstoff hilft, die Pandemie schneller zu überwinden."

Auf die Frage, wie wahrscheinlich es sei, dass andere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf Verträge zum Ankauf von Sputnik V warten, noch bevor die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Impfstoff für die EU offiziell registriert, verwies der Wiener Ärztekammerchef zunächst auf Ungarn, das Sputnik V bereits verwendet. Ungarn hatte den russischen Impfstoff auf Landesebene zugelassen. Auch in Österreich werde derzeit ein solcher Schritt geprüft.

"Ich gehe davon aus, dass auch die europäischen Behörden diesen Impfstoff zulassen."

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Der österreichische Spitzenarzt verwies auf eine wissenschaftlichen Studie, die in der renommierten  medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, in der "sehr ausführlich" über den Impfstoff berichtet worden sei.

"Ich gehe davon aus, dass die Daten von den europäischen und auch von den nationalen Behörden entsprechend geprüft werden und dass es auch zu einer europäischen beziehungsweise österreichischen Zulassung des Impfstoffs kommen wird."

Szekeres verwies auf die Tatsache, dass Sputnik V bereits in "vielen Ländern millionenfach" verimpft wurde. 

"Aufgrund der Berichte muss man schließen, dass (Sputnik V) sicher und wirkungsvoll ist."

Dennoch sei es notwendig, dass das entsprechende Ministerium grünes Licht gebe.

Der Chef der Wiener Ärztekammer beklagte, dass das österreichische Impfprogramm wie auch das anderer europäischen Staaten im Vergleich hinterherhinke. Er stellte fest, dass die EU-Kommission nur "sehr zögerlich" Impfstoffe eingekauft habe. In den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich und in Israel werde "wesentlich schneller geimpft". In diesen Staaten würden auch die Corona-Zahlen "rascher" zurückgehen.

"Meine große Hoffnung ist, dass auch in Europa, insbesondere in Österreich, rascher geimpft werden kann, und da hilft uns natürlich der Sputnik-Impfstoff, die Millionen Dosen, sehr, insbesondere, wenn sie rasch geliefert werden."

Szekeres erklärte, dass er von einem hohen Vertrauen der österreichischen Bevölkerung in den russischen Impfstoff ausgehe. Voraussetzung dafür sei die offizielle Zulassung. 

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