Europa

Österreich: Gesundheitsminister Rudolf Anschober gibt Rücktritt bekannt

Der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Dienstag seinen Rücktritt angekündigt. Der 60-Jährige befand sich seit der Vorwoche im Krankenstand. Die Nachfolge im Gesundheitsressort übernimmt der Arzt Wolfgang Mückstein.
Österreich: Gesundheitsminister Rudolf Anschober gibt Rücktritt bekanntQuelle: www.globallookpress.com © TOBIAS STEINMAURER

Rudolf Anschober, der österreichische Gesundheitsminister, sprach am Dienstag in einer persönlichen Erklärung von einer Überlastung. Die vergangenen 15 Monate hätten sich wie 15 Jahre angefühlt, so der 60-Jährige. 

Vor einer Woche habe er einen zweiten Kreislaufkollaps erlitten, sagte der Minister. Außerdem habe es Morddrohungen gegen ihn gegeben, seit November befinde er sich unter Polizeischutz. "Ich will mich nicht kaputtmachen", begründete er den Schritt.  "Ich habe gemerkt, da muss ich jetzt für mich eine Notbremse ziehen." Das Land brauche in dieser Phase einen absolut fitten Gesundheitsminister. "Diese Pandemie macht keine Pause", betonte Anschober. 

Er habe Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen gebeten, ihn kommenden Montag von seinem Amt zu entbinden. Bis dahin werde der Vizekanzler die Amtsgeschäfte übernehmen. 

Anschober leitete seit Januar 2020 das Gesundheitsressort, das in der Pandemie zum Schlüsselressort wurde. Im vergangenen Sommer war er zeitweise so populär, dass er Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vom Spitzenplatz in der Beliebtheitsskala der Bundespolitiker verdrängte. "Einer meiner Vorzüge ist es, dass ich in Krisensituationen tatsächlich sehr ruhig werde", sagte Anschober einmal. 

Bundeskanzler Sebastian Kurz reagierte mit Anerkennung: "Er hat sich in den vergangenen 16 Monaten für unser Land aufgeopfert sowie als Gesundheitsminister seine gesamte Energie in die Bekämpfung der Corona-Pandemie gesteckt", twitterte der ÖVP-Politiker am Dienstag.

Durch den Rücktritt Anschobers musste Kurz zum zweiten Mal ein Regierungsmitglied auswechseln. Im Januar war Familien- und Arbeitsministerin Christine Aschbacher nach Plagiatsvorwürfen rund um ihre Magisterarbeit und Dissertation zurückgetreten. 

Wie nur wenige Stunden später bekannt wurde, übernimmt der Arzt Wolfgang Mückstein die Nachfolge im Gesundheitsressort. Er betreibt in Wien eine Gemeinschaftspraxis, die nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch Psychotherapie und Betreuung anbietet. Zur aktuellen Situation sagte er bei seiner Vorstellung, er werde unpopuläre Entscheidungen treffen, wenn diese notwendig seien, um die Pandemie einzudämmen. Mückstein rief die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen. Seine Vereidigung ist für kommenden Montag geplant.

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