Europa

Für nahe Ziele: Französische Regierung streicht Inlandsflüge

Wer die Umwelt liebt, wird in Frankreich bald öfter ein Zugticket ziehen müssen. Das französische Parlament hat einen Entwurf verabschiedet, der Inlandsflüge streichen will, wenn die Bahn ein vergleichbares Angebot hat. Kritiker warnen vor Jobverlusten.
Für nahe Ziele: Französische Regierung streicht InlandsflügeQuelle: Reuters © Christian Hartmann

Die Nationalversammlung stimmte am Abend des 10. April in erster Lesung nach einer hitzigen Debatte für die Abschaffung bestimmter inländischer Flugverbindungen, wenn die Alternativen mit dem Zug weniger als zwei Stunden und 30 Minuten dauern.

Diese Maßnahme des neuen Klimagesetzes zielt vor allem darauf ab, Verbindungen zwischen Paris (Orly) und Nantes, Lyon oder Bordeaux abzuschaffen, sieht aber Ausnahmen für Anschlussflüge vor.

Die Regierungsvorlage ratifiziert im Wesentlichen das, was bereits besteht, da die Regierung die nationale Fluggesellschaft Air France im Mai 2020 gezwungen hat, die betreffenden Strecken im Gegenzug für ihre finanzielle Unterstützung aufzugeben. Damit wird verhindert, dass Wettbewerber in die Bresche springen. Der "Bürgerkonvent für das Klima" hatte gefordert, Inlandsflüge zu streichen, wenn die Alternative weniger als vier Stunden mit dem Zug beträgt, nicht zweieinhalb.

Vor einem Jahr stimmte die französische Regierung einem Sieben-Milliarden-Euro-Kredit für Air France-KLM unter der Bedingung zu, dass bestimmte Inlandsflüge gestrichen werden, aber das Dekret hat auch Billiganbieter davon abhalten, die Inlandsstrecken zu bedienen.

Der Vorstandsvorsitzende von Air France-KLM, Benjamin Smith, hat erklärt, dass die Fluggesellschaft sich verpflichtet hat, die Anzahl ihrer französischen Inlandsrouten bis Ende dieses Jahres um 40 Prozent zu reduzieren.

Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari argumentierte: "Wir haben [die zweieinhalbstündige Zugschwelle] gewählt, weil vier Stunden Gebiete austrocknen würden, die oft eingeschlossen sind, wie z. B. das große Zentralmassiv. (...) Es wäre ungerecht für die Gebiete." Die Maßnahme hat jedoch einen Aufschrei von Abgeordneten verschiedener Parteien provoziert, die oft aus dem Südwesten stammen, wo Airbus in Toulouse ansässig ist und viele ihrer Zulieferer ihren Sitz haben.

Joël Aviragnet, Abgeordneter der Parti Socialiste (Département Haute-Garonne), kritisierte die "unverhältnismäßigen menschlichen Kosten" der Maßnahme und warnte vor Arbeitsplatzverlusten in der Luftfahrtindustrie. Auf der rechten Seite prangerten Jean-Marie Sermier und Martial Saddier (Les Républicans) eine Maßnahme an, die "einen außergewöhnlichen Sektor zerschlägt". "Wir haben einen Sektor, dem es sehr schlecht geht", stimmte der Mouvement-Démocrate-Abgeordnete Nicolas Turquois, ein Mitglied der Mehrheit, zu.

Djebbari verwies auf die Komplementarität der Verkehrsträger Luft und Schiene. Er argumentierte, dass die Entwicklung des TGV die betroffenen Flugstrecken "sehr schnell ausgetrocknet" habe. Auf der anderen Seite plädierten Ökologen für eine Rückkehr zum ursprünglichen Vorschlag der Bürger-Klimakonvention mit der Vier-Stunden-Grenze. Mathilde Panot (La France Insoumise) kritisierte ein "leeres Gesetz", ihre Parteikollegin Danièle Obono argumentierte, dass ein Vier-Stunden-Schwellenwert die Streichung der "treibhausgasintensivsten" Strecken wie Paris-Nizza, Paris-Toulouse und Paris-Marseille ermöglichen würde.

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