Europa

Österreich: Lockdown verlängert mit Perspektive auf Öffnungen im Mai

Der Lockdown in Wien, Niederösterreich und im Burgenland wurde bis zum 18. April verlängert. Österreichs Kanzler Kurz verspricht aber weitreichende Öffnungsschritte im Mai. Grundlage dafür sei der Impffortschritt – möglicherweise schon bald auch mit dem russischen Impfstoff Sputnik V.
Österreich: Lockdown verlängert mit Perspektive auf Öffnungen im MaiQuelle: www.globallookpress.com © Martin Juen via www.imago-images.de

Österreich bereitet sich auf die allmähliche Überwindung der Corona-Krise und die Öffnung vieler Branchen im Mai vor. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte am Dienstag die Einrichtung einer entsprechenden Öffnungskommission aus Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen an. Es gehe darum, die Öffnungsschritte auch sorgfältig und rechtzeitig vorzubereiten. Von den erhofften Öffnungsschritten solle die Kulturbranche, die Gastronomie, der Tourismus und der Sport profitieren.

Mit dem für April erwarteten Impffortschritt bei den über 65-Jährigen wird laut Kurz voraussichtlich eine massive Entlastung der Kliniken einhergehen. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sprach von den "letzten harten Wochen", die nun noch zu überstehen seien.

Zugleich wurde in den drei östlichen Bundesländern – Wien, Niederösterreich und Burgenland – der Lockdown um eine Woche bis zum 18. April verlängert. Grund ist die hohe Auslastung der Intensivstationen. "Wir erleben eine erwartbare und auch angespannte Situation", sagte Kurz über die österreichweite Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 235 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Die Lage sei in Österreich aber sehr unterschiedlich. Kurz betonte:

"Wir sehen das regional abgestimmte Vorgehen als Erfolgsmodell."

Der österreichische Bundeskanzler, der zuletzt die Impfstoffverteilung in der EU kritisiert hatte, zeigte sich mit dem Impffortschritt in Österreich aktuell zufrieden. Von den fünf Millionen Bürgern, die für Impfungen infrage kämen und auch dazu bereit seien, sei jeder vierte inzwischen geimpft. Er erwarte eine massive Trendwende, sobald auch die 50-Jährigen geimpft seien. Geplant ist das für Mai.

Zur möglichen Beschaffung des russischen Impfstoffs Sputnik V erklärte Kurz, dass er nicht in jedem Fall auf eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA warten werde. Kurz konkretisierte:

"Es kommt sehr stark darauf an, wie lange dieser Zulassungsprozess dauert und aus welchen Gründen er sich in die Länge zieht."

Er habe das Gefühl, dass von manchen auch geopolitisch agiert werde. In der Corona-Krise sollte es seiner Ansicht nach nicht um geopolitische Fragen gehen.

Mehr zum Thema - Österreichischer Bundeskanzler Kurz: "Auf den letzten Metern bei Beschaffung von Sputnik"

(rt/dpa)

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