Europa

Schweizer Erfindung: Flugzeug fliegt bald mit Abgasen anderer Flugzeuge

Mit einem utopisch klingenden Projekt gelang es einem Schweizer Unternehmen, das sich der Umkehr des Klimawandels verschrieben hat, aus CO₂ Flugzeugtreibstoff zu gewinnen. Doch das Wundermodell funktioniert nur, solange ausreichend Kohlenstoffdioxid in der Luft ist.
Schweizer Erfindung: Flugzeug fliegt bald mit Abgasen anderer FlugzeugeQuelle: www.globallookpress.com © Frederic Kern via www.imago-imag/www.imago-images.de

Was sich anhört wie die Umkehr des Klimawandels, wurde in der Schweiz wahr. Die ETH-Studienkollegen Christoph Gebald und Jan Wurzbacher hatten 2009 bereits ihr Unternehmen Climeworks gegründet. Der Stoff, aus dem die Hoffnung des zukünftigen Fliegens sein könnte, heißt Zenid.

Zenid soll mit CO₂ und Wasser, das aus der Luft gefiltert wird, Flugzeugtreibstoff herstellen. Was hinten aus einer Düse herauskommt, landet dann eigentlich wieder im Tank. Anders gesagt: Die kohlenstoffdioxidreiche Luft, die uns umgibt, wird zum Rohstoff für die Treibstoffherstellung.

Die Firma mit Sitz in Zürich-Oerlikon baut Anlagen, die CO₂ aus der Luft filtern und das gewonnene Kohlenstoffdioxid entweder für die Weiterverarbeitung zur Verfügung stellen oder unterirdisch speichern. Daniel Egger, Verkaufsleiter von Climeworks, sagt dem Portal 20-Minuten-Zürich:

"Mit Zenid wollen wir zeigen, dass es möglich ist, mithilfe von CO₂ Treibstoffe herzustellen."

Dafür hat sich das Unternehmen mit Partnern wie dem Flughafen Rotterdam zusammengetan, wo derzeit eine Versuchsanlage entsteht. Im kleinen Rahmen konnten die Erfinder beweisen, dass die Technologie funktioniere, behauptet Egger. Am Flughafen werde nun eine Demonstrationsanlage gebaut, die zeigen soll, dass der Gewinn von Treibstoff auch im großen Maßstab möglich sei. 

Doch wie gewinnt man Treibstoff aus Luft? Beim Verbrennen von Benzin entsteht Energie, CO₂ und Wasser. Die Anlage von Climeworks filtert dagegen das CO₂ aus der Luft. Mittels erneuerbarer Energie werden dieses CO₂ und Wasser über chemische Prozesse wieder zu langkettigen Kohlenwasserstoffmolekülen zusammengefügt, die als synthetischer Ersatz von Rohöl dienen. Dieser wird dann wiederum zu Treibstoff verarbeitet.

Egger sagt zur Größenordnung und dem benötigten Grundstoff: "Für einen Liter Treibstoff brauchen wir etwa drei Kilogramm CO₂. Der Prozess ist sehr sauber." Abfall entstehe keiner. Auch die verwendete Energie stamme aus erneuerbaren Quellen. Das auf diese Weise hergestellte Kerosin sei zudem sauberer als herkömmlicher Treibstoff und weise sogar einen etwas besseren Brennwert auf. Die größte Herausforderung seien die Kosten. Die Installationen sind aktuell noch sehr teuer. Deshalb ist dieses Projekt auf Fördergelder und risikobereite Kapitalgeber angewiesen.

Als Nutzer sieht Egger vor allem die Luft- und die Schifffahrt, aber auch Nischenbereiche beim rollenden Verkehr. Ihm gehe es darum, die Kreislaufwirtschaft weiterzuentwickeln, so der Climeworks-Verkaufsleiter. Um den Klimawandel zu stoppen, müsse der Ressourcenverbrauch gesenkt werden. In zirkulären Technologien liege die Zukunft. Vorausgesetzt, es ist immer genug Kohlenstoffdioxid in der Luft.

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