Europa

Kremlsprecher: Russland hofft auf Erhalt positiver Beziehungen zu Italien

Ein Mitarbeiter des Büros des russische Militärattachés wurde in Rom festgesetzt und muss mit einem weiteren Angestellten Italien umgehend verlassen. Russland bedauert den Schritt und hofft dennoch auf den Erhalt positiver Beziehungen zwischen den beiden Ländern.
Kremlsprecher: Russland hofft auf Erhalt positiver Beziehungen zu ItalienQuelle: AFP © Andreas Solaro

Wie die italienischen Behörden am Mittwoch mitteilten, seien am Dienstag ein Fregattenkapitän der italienischen Kriegsmarine und ein ranghoher russischer Armeeangehöriger im diplomatischen Dienst in Rom festgesetzt worden. Den beiden würden "schwere Verbrechen im Zusammenhang mit Spionage und der Staatssicherheit" zur Last gelegt, hieß es.

Die beiden Männer sollen am Dienstagabend nahe Rom von Spezialeinheiten der Carabinieri festgenommen worden sein, nachdem der Russe, bei dem es sich um einen mutmaßlichen Mitarbeiter des Militärattachés an der russischen Botschaft in Rom handelt, dem italienischen Marineoffizier im Austausch gegen streng geheime Dokumente einen Umschlag mit Bargeld übergegangen haben soll. Den italienischen Medien zufolge habe es sich um 5000 Euro gehandelt. "Zu den streng geheimen Dokumenten", die der Fregattenkapitän dem russischen Offizier im diplomatischen Dienst übergab, sollen auch NATO-Unterlagen gehört haben.

Das italienische Außenministerium teilte mit, der russische Botschafter Sergei Rasow sei am Mittwochmorgen einbestellt worden. Ihm sei mitgeteilt worden, dass der vorübergehend festgesetzte Mitarbeiter des Militärattachés sowie ein anderer Botschaftsangehöriger, der ebenfalls in den Spionagefall verwickelt sein soll, aufgrund dieses "außerordentlich schweren Zwischenfalles" das Land unverzüglich zu verlassen hätten.

Das Außenministerium in Moskau bedauerte die Ausweisung der beiden Mitarbeiter. "Über mögliche Schritte im Zusammenhang mit dieser Aktion, die nicht dem Niveau der bilateralen Beziehungen entspricht, äußern wir uns zu einem späteren Zeitpunkt im Einzelnen", teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Moskau pflegt auf die Ausweisung russischer Diplomaten mit der Ausweisung der gleichen Zahl von Diplomaten des betreffenden Landes zu reagieren.

Am Mittwoch bestätigte die russische Botschaft in Italien, dass ein Mitarbeiter des Büros des Militärattachés in Roma festgesetzt worden war, und fügte hinzu, dass die Umstände des Vorfalls untersucht würden. Der Kreml sei sich derzeit nicht über Details der Festsetzung des Büroangestellten des russischen Militärattachés im Klaren, hoffe aber auf den Erhalt positiver Beziehungen zu Italien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch zu Journalisten.

"Wir hatten zuvor Fälle von gegenseitiger Ausweisung russischer und westlicher Diplomaten, aber dies hat keinerlei Auswirkungen auf die russisch-italienischen Kontakte", sagte Tatiana Sonowa, Professorin an der MGIMO-Universität. Spionageskandale kommen – nicht nur in Bezug auf Russland – in Italien häufig vor. Aufgrund ihrer geografischen Lage befindet sich die Republik "an der Schnittstelle aller Geheimdienste" und dient als südliches Zentrum der NATO. Italien ist zur Hochburg des Bündnisses im Mittelmeerraum geworden, hieß es auf TASS. Elena Maslowa, leitende Forscherin bei MGIMO, stellte jedoch fest, dass die neue Regierung von Premierminister Mario Draghi eine eher euroatlantische Position innehat und seine Reaktion härter ausfallen könnte.

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