Europa

Ex-Supreme-Court-Richter: Briten könnten weitere zehn Jahre Masken und Abstandsregeln dulden müssen

Die gegenwärtigen Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Großbritannien könnten sich noch auf Jahre hinziehen, meint der ehemalige Richter des britischen Obersten Gerichtshofs Lord Sumption. Diese verglich er mit den Lebensmittelrationierungen in der Nachkriegszeit.
Ex-Supreme-Court-Richter: Briten könnten weitere zehn Jahre Masken und Abstandsregeln dulden müssenQuelle: www.globallookpress.com © Alex Lentati

Von der Regierung Großbritanniens zu erwarten, dass sie in absehbarer Zeit einen Rückzieher bei den sozialen Kontrollen mache, sei "politisch unrealistisch" – vor allem, weil sich die Öffentlichkeit so sehr an sie gewöhnt habe, erklärte Jonathan Sumption der Zeitung The Daily Mail. Ihm zufolge haben sich die Briten in gewissem Sinne mit den Einschränkungen angefreundet, weil sie sich dadurch in Sicherheit fühlten.

Dabei zog Sumption eine Parallele zur Periode der Austerität in dem ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg in Großbritannien, die sich vor allem durch die sogenannten Lebensmittelrationierungen kennzeichnete. Der Ex-Richter erörterte:

"Die Menschen haben sie befürwortet, weil sie die soziale Kontrolle befürwortet haben."

Als die Labour-Partei aber bei der Unterhauswahl 1951 ihre Mehrheit im Parlament verloren hatte, sei klargeworden, dass die Bevölkerung "die Nase voll" von der sozialen Kontrolle hatte, fuhr Sumption fort. Er zeigte sich überzeugt, dass das Szenario sich auch diesmal "früher oder später" wiederholen werde.

Wie die Experten der britischen Scientific Advisory Group for Emergencies (SAGE) zuvor bereits angedeutet hatten, werden Masken und soziale Distanzierungsmaßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit in den künftigen Wintersaisons wieder eingesetzt werden müssen, da sich die Atemwegsviren wie das Coronavirus bei Kälte schneller ausbreiten. Mary Ramsay, die Leiterin der Abteilung für Impfungen bei Public Health England (PHE), räumte am Montag ihrerseits ein, dass die Beschränkungen jahrelang bestehen bleiben könnten, weil Großbritannien warten muss, bis andere Länder ihre Impfprogramme nachgeholt haben. Darüber hinaus äußerte der britische Epidemiologe und Corona-Regierungsberater Neil Ferguson die Meinung, dass die Pandemie einen "kulturellen Wandel" in der Gesellschaft verursacht haben könnte, der das Tragen von Masken wahrscheinlich bald zu einer "Norm" mache.

Laut dem aktuellen Corona-Fahrplan des Premierministers Boris Johnson Fahrplan sollen "alle gesetzlichen Beschränkungen für soziale Kontakte" frühestens am 21. Juni dieses Jahres aufgehoben werden. Dennoch bleibt dahingestellt, wann genau die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs zum normalen Leben komplett zurückkehren wird.

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