Europa

Italienischer Gesundheitsminister Roberto Speranza über Sputnik V: "Wir brauchen alle Impfstoffe"

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit das russische Corona-Vakzin Sputnik V. Während der EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton keinen Bedarf am Präparat sieht, meint Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza, alle Impfstoffe seien wichtig.
Italienischer Gesundheitsminister Roberto Speranza über Sputnik V: "Wir brauchen alle Impfstoffe"Quelle: AFP © ANDREAS SOLARO

Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza hat sich am Dienstagabend in einem Programm des Fernsehsenders Rai 3 für den Einsatz aller zugelassenen SARS-CoV-2-Impfstoffe ausgesprochen. Mit Blick auf das russische Vakzin Sputnik V sagte der Politiker:

"Ich glaube, wir brauchen so schnell wie möglich alle Impfstoffe, die effizient und sicher sind."

Speranza zufolge sollten die Wirksamkeit und die Sicherheit der jeweiligen Vakzine von den italienischen oder EU-Aufsichtsbehörden bestätigt werden.

"Die Nationalität der Wissenschaftler, die am jeweiligen Vakzin gearbeitet haben, interessiert mich nicht. Ob russisch oder europäisch, mich interessiert nur, dass der Impfstoff funktioniert. Wir müssen da keine Vorurteile haben."

Zuvor hatte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton erklärt, die EU brauche den russischen Impfstoff Sputnik V nicht. Dem Kommissar zufolge könne Europa bis zum 14. Juli eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus auch mithilfe von in der EU hergestellten Impfstoffen erreichen.

Inzwischen bereitet die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Entsendung von Experten nach Russland zur Inspektion von Produktionsstätten von Sputnik V vor. Nach Angaben der EMA-Chefin Emer Cooke sollen auch Kliniken besucht werden, in denen das Vakzin verwendet wird. Die Aufsichtsbehörde führt seit Anfang März ein Prüfverfahren für den Impfstoff durch. Der staatliche Russische Fonds für Direktinvestitionen (RDIF), der für den internationalen Vertreib von Sputnik V zuständig ist, erwartet die EMA-Delegation für Mitte April und rechnet mit einer Zulassung des Präparats nach Juni. Das Vakzin ist bereits in fast 60 Ländern zugelassen.

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