Europa

Medienbericht: AstraZeneca wird trotz Zusage deutlich weniger Impfstoff an die EU liefern

Nach Informationen die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen, soll AstraZeneca seine Zusagen an die EU nicht einhalten können. Bis Ende März sollen demnach zehn Millionen Impfstoffdosen weniger geliefert werden, als vereinbart wurde.
Medienbericht: AstraZeneca wird trotz Zusage deutlich weniger Impfstoff an die EU liefernQuelle: AFP © Paul ELLIS / AFP

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca reduziert seine Lieferzusagen für den Corona-Impfstoff an die EU auf 30 Millionen im ersten Quartal 2021. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ein Dokument, das AstraZeneca am Mittwoch an die EU-Behörden gesandt haben soll. Die Kürzungen sind ein weiterer Rückschlag für die EU-Impfkampagne, die seit ihrem Beginn von Impfstoffengpässen und einem langsamen Impftempo in vielen Mitgliedsstaaten geprägt ist.

Nach dem ursprünglichen Vertrag sollte AstraZeneca im ersten Jahresquartal 90 Millionen Impfdosen an die EU liefern. Das aktuelle Dokument zeigt laut Reuters, dass der Pharmakonzern nur noch eine Lieferzusage für etwa 30 Millionen Impfdosen bis Ende März machen kann, weitere 20 Millionen sollen im April folgen.

Noch am 25. Februar versprach der Geschäftsführer von AstraZeneca, Pascal Soriot, dem EU-Parlament, sein Unternehmen ziele darauf, bis Ende März 40 Millionen Impfdosen zu liefern. Laut vorliegendem Dokument war zu dem Zeitpunkt bereits klar, dass dieses Ziel nicht erreichbar war. Bereits am 24. Februar kalkulierte AstraZeneca mit einer maximalen Menge von 34 Millionen gelieferter Impfdosen an die EU für das erste Jahresquartal – etwas mehr als ein Drittel der vertraglich zugesicherten Menge.

AstraZeneca war nicht bereit, zu einer Anfrage von Reuters Stellung zu nehmen. Aus früheren Statements des Pharmakonzerns geht jedoch hervor, dass dieser sich auf Produktionsprobleme innerhalb der EU beruft. Laut Reuters hat das Unternehmen gehofft, einen Teil der Zusagen an die EU durch Lieferungen aus den USA zu decken. Die USA kündigten jedoch jüngst an, keinen Export der Impfstoffe von AstraZeneca zu erlauben.

Über Twitter kommentierte der EU-Kommissar für Binnenmarkt und Industrie, Thierry Breton:

"Zu AstraZenecas Impfstofflieferungen: Ich sehe Bemühungen, aber nicht 'bestmögliche Bemühungen'. Das ist einfach nicht gut genug für AstraZeneca, um seinen Vertrag im ersten Jahresquartal einzuhalten. Es ist an der Zeit, dass der Vorstand von AstraZeneca seine treuhänderische Verantwortung übernimmt und alles in Bewegung setzt, um AstraZenecas Verpflichtungen zu erfüllen."

Aus dem Dokument geht laut Reuters ferner hervor, dass AstraZeneca zwar eine Lieferzusage von 20 Millionen Impfdosen für April macht, aber keine weiteren für Mai und Juni. Im ursprünglichen Vertrag hatte sich das Pharmaunternehmen verpflichtet, im zweiten Quartal 2021 (April bis Juni) 180 Millionen Impfdosen an die EU zu liefern.

Mehr zum Thema - Erstmals Export von AstraZeneca-Impfstoff aus der EU gestoppt

(rt/reuters)

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.