Europa

EU-Impfbescheinigung: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen grundsätzlich dafür

Verschiedene EU-Mitglieder drängen auf die Einführung einer Impfbescheinigung, um freies Reisen innerhalb des Staatenbundes wieder möglich zu machen. In Brüssel wird darüber noch kontrovers diskutiert. Nun erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass sie grundsätzlich für die Einführung einer Impfbescheinigung sei.
EU-Impfbescheinigung: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen grundsätzlich dafürQuelle: www.globallookpress.com © European Union/Quelle: Xinhua

Die EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen hat sich grundsätzlich für die Einführung einer EU-Bescheinigung einer Corona-Impfung ausgesprochen. Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis fordert dies seit Wochen, damit Reisen ohne Einschränkungen stattfinden können – und vereinbarte mit Israel bereits eine entsprechende Regelung.

"Ich begrüße die Initiative des griechischen Ministerpräsidenten", sagte von der Leyen der Athener Zeitung Ta Nea am Samstag. Was allerdings noch beschlossen werden müsse, sei eine europaweite Regelung und wie die Reisen stattfinden können. Dies wird nach den Worten der EU-Kommissionspräsidentin aber erst dann zur Debatte stehen, wenn große Teile der Bevölkerung geimpft seien.

Am Mittwoch hatte die CDU-Politikerin vor dem Europäischen Parlament in Brüssel erklärt, dass es das "große Ziel" sei, "70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Europa bis zum Ende des Sommers zu impfen".

Unterdessen machen Israel und Griechenland die ersten Schritte, um Geimpften freie Reisen zwischen den beiden Mittelmeerstaaten zu ermöglichen, ohne auf die Entscheidungen der EU zu warten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bei einer Pressekonferenz mit seinem griechischen Kollegen Kyriakos Mitsotakis vergangenen Montag gesagt, Reisen zwischen Israel und Griechenland sollten ohne Quarantäne möglich sein. In Kreisen des Athener Tourismusministeriums erwartet man eine solche Vereinbarung mit Israel für Ende März. Auch Zypern will da mitmachen. Für alle drei Staaten ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsbereich.

In der EU wird kontrovers über eine Aufhebung von Reisebeschränkungen für Menschen mit Corona-Impfung diskutiert. Die offizielle Debatte über mit dem "Impfpass" verbundene Vorteile wurde im Januar vertagt. Ungeklärt ist noch, ob von bereits geimpften Menschen weiter eine Ansteckungsgefahr ausgehen kann.

Neben Griechenland schaffen aber auch andere EU-Mitglieder bereits Fakten. So gewährt beispielsweise Polen Geimpften bereits seit Ende Dezember ganz konkrete Vorteile. Sie sind von der zehntägigen Quarantänepflicht nach der Einreise befreit. Außerdem zählen Geimpfte bei Beschränkungen für private Treffen nicht als Kontaktpersonen. 

Auch die rumänische Regierung hat Mitte Januar geimpfte Einreisende von der Quarantäne befreit – und das, obwohl Staatspräsident Klaus Johannis zuvor in der Diskussion um einen europäischen Impfpass noch vor "Diskriminierung" der Nicht-Geimpften gewarnt hatte. Estland ist das dritte EU-Land, das die Einreisefreiheit für Geimpfte zum 1. Februar vollständig – ohne Testpflicht und Quarantäne – wiederhergestellt hat.

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(rt/dpa)