Europa

Erstes Krankenhaus in Großbritannien führt "geschlechtergerechte" Formulierungen ein

In den Krankenhäusern des Nationalen Gesundheitsdienstes werden Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen im britischen Sussex angewiesen, Termini wie "gebärende Eltern" und "menschliche Milch" statt "Mütter" und "Muttermilch" zu verwenden. Damit wolle man umgehen, dass das Personal "riskiert, Transgender zu beleidigen".
Erstes Krankenhaus in Großbritannien führt "geschlechtergerechte" Formulierungen einQuelle: www.globallookpress.com © Dave Rushen

Um die angebliche "Mainstream-Transphobie" zu bekämpfen, hat sich die Sektion des britischen Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) in der Grafschaft Sussex als erste im Land dafür entschieden, eine radikale Überarbeitung "geschlechtergerechten Formulierens" in ihren Geburtskliniken umzusetzen. Diese Bestimmungen beinhalten die Ersetzung des Wortes "Frau" durch die Formulierung "Frau oder Person" und des Begriffs "Vater" durch "Elternteil", "Co-Elternteil" oder "zweiter biologischer Elternteil", je nach den "Umständen". 

Dabei soll das Krankenhauspersonal nicht aufhören, das Wort "Frau" oder andere Begriffe, die die Mutterschaft beschreiben, zu verwenden. Jedoch soll damit begonnen werden, das Wort "'Menschen' und eine andere inklusivere Sprache" zu verwenden. Weiter heißt es in den Anordnungen:

"Die Geschlechtsidentität kann eine Quelle der Unterdrückung und gesundheitlichen Ungleichheit sein. Wir verwenden bewusst die Worte 'Frauen' und 'Menschen' zusammen, um deutlich zu machen, dass wir uns verpflichtet fühlen, an der Beseitigung gesundheitlicher Ungleichheiten für alle zu arbeiten, die unsere Dienste in Anspruch nehmen. Als Hebammen und Geburtshelferinnen konzentrieren wir uns darauf, den Zugang und die Gesundheitsergebnisse für marginalisierte und benachteiligte Gruppen zu verbessern. Frauen sind im Gesundheitswesen häufig benachteiligt, ebenso wie Trans- und nicht-binäre Menschen. [...] Die Anerkennung des kulturellen Kontextes, in dem die Entwicklung von Dienstleistungen stattfindet, ist entscheidend, um das Leben von Trans- und nicht-binären Menschen sicherer zu machen."

Einige sprachliche Überarbeitungen aus dem Programm finden sich hier:

  • "Bisheriger Begriff: mütterliche Zustimmung
  •  Neuer Begriff: informierte Einwilligung
  •  Bisheriger Begriff: Mutter
  •  Neuer Begriff: Mutter(n) oder gebärende(r) Elternteil(e) oder Mütter und gebärende Eltern 
  •  Bisheriger Begriff: sie
  •  Neuer Begriff: Möglicherweise muss 'sie' verwendet werden, wenn 'Frau' durch 'Frau oder Person' ersetzt wird.
  • Bisheriger Begriff: Frau
  • Neuer Begriff: Frau oder Person"

Obwohl es keine offiziellen Zahlen über die Trans-Community in der Region Sussex gibt, weist MailOnline (die Onlineausgabe der Daily Mail) darauf hin, dass sich fast zehn Prozent der Bevölkerung der Kommune Brighton and Hove als "LGBT-Personen" identifizieren, verglichen mit etwa 2,2 Prozent der Gesamtbevölkerung in Großbritannien.

Das Office for National Statistics schätzt, dass es etwa 200.000 bis 500.000 transgender Personen in Großbritannien gibt.

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