Europa

Paris: Zusammenstöße zwischen streikenden Raffineriearbeitern und Klimaschützern mit der Polizei

Vor dem Hauptquartier des Ölkonzerns Total nahe Paris kam es am Dienstag zu Zusammenstößen zwischen streikenden Angestellten des Unternehmens und der Polizei. Die Protestler bekamen Unterstützung von Klimaaktivisten, die das Greenwashing des Konzerns kritisieren.
Paris: Zusammenstöße zwischen streikenden Raffineriearbeitern und Klimaschützern mit der PolizeiQuelle: Reuters © Benoit Tessier

In La Defénse, einem Hochhausviertel bei Paris, kam es am Dienstag vor dem Hauptsitz des Energiekonzerns Total zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der französischen Polizei. Streikende Angestellte und Klimaaktivisten beschuldigen das Unternehmen, Arbeitsplätze zu vernichten und den Umweltschutz zu vernachlässigen.

Angestellte der Grandpuits-Raffinerie bekamen Unterstützung von Klima- und Greenpeace-Aktivisten. Die Raffineriemitarbeiter streiken seit fünf Wochen, nachdem der Konzern angekündigt hatte, dass die Anlage in eine sogenannte "Null-Öl-Plattform" umgewandelt werden soll. Dies bedeutet den Verlust von mehr als 700 Arbeitsplätzen.

Videos vom Ort des Geschehens zeigen Demonstranten, die sich mit der Polizei prügeln, während Aktivisten das Verwaltungsgebäude von Total mit Plakaten bekleben.

Einige Plakate trugen die Botschaft "700 bedrohte Arbeitsplätze gegen 7 Milliarden Dividenden", eine Anspielung auf die Entscheidung von Total, im Jahr 2020 einen milliardenschweren Schuldenerlass vorzunehmen, ohne dass dies Auswirkungen auf die Aktienkurse der Investoren hatte.

Paul Feltmann, Vertreter der Gewerkschaft CGT (Allgemeiner Gewerkschaftsbund) für die Raffinerie Grandpuits, sagte gegenüber RT France:

"Total wird Arbeitsplätze abbauen. Unsere Arbeitsplätze! Es ist ihr Plan, Arbeitsplätze zu streichen, der sich auf 200 direkte und 500 indirekte Arbeitsplätze auswirken wird."

Während der Umbau der Raffinerie Hunderte Arbeitsplätze bedroht, behauptet Greenpeace, dass die Umrüstung der Anlage eigentlich nur dem Namen nach ökologisch sei. Die Klimaaktivisten von Friends of the Earth erklärten, der Umbau sei für die Produktion von Agrotreibstoffen gedacht. Dies würde in keiner Weise eine Lösung für die Dekarbonisierung des Transportsektors darstellen und zu induzierter Abholzung und einer veränderten Landnutzung führten, so die Aktivisten.

Bei der Protestaktion am Dienstag hielten einige der Demonstranten auch ein großes Transparent mit der Aufschrift "Greenwashing und soziale Zerrüttung: Total macht den Dreck".

Die Proteste wurden von Gewerkschaftsführern begleitet. Der Generalsekretär der Gewerkschaft CGT Philippe Martinez erklärte:

"Ich denke, dass die Zukunft eher denen gehört, die für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und die Verteidigung des Planeten kämpfen, als denen, die nur an ihren Profit denken."

Im September kündigte Total an, mehr als 500 Millionen Euro in die Umwandlung der Raffinerie in eine sogenannte "Null-Rohöl-Plattform" für die Produktion von Biokraftstoffen und Biokunststoffen zu investieren. Die Anlage soll noch im ersten Quartal 2021 den Rohölraffinierungsbetrieb einstellen.

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