Europa

Coronavirus-Mutation in Großbritannien führt zur Einstellung des Gütertransports über Ärmelkanal

Die Coronavirus-Mutation in Großbritannien sorgt für zusätzliches Chaos vor den Feiertagen. Nachdem Frankreich den Eurotunnel geschlossen hatte, bildete sich ein kilometerlanger Stau auf den Zufahrtswegen nahe der britischen Küstenstadt Dover.
Coronavirus-Mutation in Großbritannien führt zur Einstellung des Gütertransports über ÄrmelkanalQuelle: Reuters © Toby Melville

Aus Sorge vor dem mutierten Coronavirus machte Frankreich die Grenzen zu Großbritannien dicht. Die Grenze ist seit der Nacht zum Montag geschlossen. Am Hafen von Dover und am nahegelegenen Eingang zum Eurotunnel in Folkestone stauen sich nun die Lkw kilometerlang. 2180 Fahrzeuge seien auf dem stillgelegten Flughafen Manston geparkt worden, sagte eine Sprecherin der Kommunalverwaltung der südostenglischen Grafschaft Kent am Dienstagabend. In Großbritannien war vor Kurzem eine besonders ansteckende Mutation des Coronavirus aufgetaucht, woraufhin zahlreiche Staaten, darunter auch Deutschland, den Reiseverkehr mit Großbritannien beschränkten. Frankreich schloss auch die Grenzen für den Frachtverkehr. Zu Beginn der Weihnachtswoche saßen Reisende fest, Lastwagen stauen sich kilometerlang in der Grafschaft Kent im Südosten von England. 

Die Entscheidung Frankreichs erfolgte allerdings ohne Vorwarnung und wohl auch ohne Abstimmung mit der EU, die ja grundsätzlich zugesagt hatte, dass es sogenannte Green Lanes für den Güterverkehr geben solle. Nun ist die Versorgung der Briten vor allem mit frischen Lebensmitteln nicht mehr gesichert. Es ist insofern abzusehen, dass in den nächsten Tagen und Wochen im Vereinigten Königreich Lieferengpässe drohen.

Die britische Supermarktkette Sainsbury's teilte kürzlich mit, dass eine Störung in der britischen Grafschaft Kent die Versorgung mit Salat, einigen Salatblättern, Blumenkohl, Brokkoli und Zitrusfrüchten beeinträchtigen könnte, die alle im Winter vom europäischen Festland importiert werden.

Britische Medien berichteten unter anderem, dass die Lastwagenfahrer über unmenschliche Zustände wie fehlende Sanitäranlagen klagten. Frische Lebensmittel im Millionenwert seien bereits verdorben, klagten Händler. Wann es für die wartenden Fahrer weitergeht, war am Dienstagabend weiter unklar.

Die EU-Kommission solle sich dafür starkmachen, dass der Güterverkehr nicht beschränkt werde, ließ  Deutsche Presse-Agentur aus EU-Kreisen verlauten. Im Personenverkehr bleibe die Empfehlung, Reisen so weit wie möglich zu vermeiden, aber ohne Grenzschließungen. Die britische Regierung verhandelt gerade mit Frankreich darüber, Corona-Massentests für Lkw-Fahrer einzuführen, um den Warenverkehr über den Ärmelkanal wieder aufnehmen zu können. "Tests der einen oder anderen Art sind Teil der Diskussionen, die der Verkehrsminister mit seinem französischen Gegenüber führt", sagte die britische Innenministerin Priti Patel der BBC. Einen genauen Zeitrahmen dafür wollte sie jedoch nicht nennen.

Vor Kurzem wurde eine neue Variante des Coronavirus entdeckt, die um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form sein soll. Die Fälle seien primär im Süden Englands aufgetreten. Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die in Großbritannien zirkulierende neue Variante des Coronavirus Deutschland bereits erreicht hat. Der Erreger komme seit Ende September in England vor und sei im Oktober noch überhaupt nicht im Fokus gewesen.

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