Europa

Corona-Krise: Deutschland nimmt Patienten aus überfüllten Krankenhäusern in Belgien auf

In Belgien ist die Corona-Lage dramatisch, da die Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen. Seitdem werden erste Patienten aus den überfüllten Krankenhäusern nach Deutschland transportiert. Ab Freitag gilt für Belgien zudem ein zweiter Lockdown.
Corona-Krise: Deutschland nimmt Patienten aus überfüllten Krankenhäusern in Belgien aufQuelle: Reuters © YVES HERMAN

In Belgien kommt es nun zu einem erneuten Lockdown. Die Geschäfte müssen ab Montag wieder schließen. Ausnahmen gelten jedoch für Supermärkte, wie Premierminister Alexander De Croo in einer Krisensitzung in Brüssel mitteilte. Die nächtlichen Ausgangssperren bleiben bestehen, und auch Bars, Restaurants und Sportstätten bleiben geschlossen. Auch die Friseure müssen ihre Arbeit einstellen.

Hintergrund für den Lockdown ist, dass die Zahl der positiv auf COVID-19 getesteten Personen in Belgien seit Wochen rasant steigt. Mittlerweile hat das Land mit 1.600 die höchste Anzahl an Testpositiven auf 100.000 Einwohnern in ganz Europa. Innerhalb einer Woche zählte man in Belgien 15.316 Testpositive am Tag. Die bisherigen Maßnahmen haben offensichtlich nicht zu einer Entlastung geführt. In der letzten Zeit lagen 6.187 Patienten mit Bezug zu Corona-Erkrankungen im Krankenhaus, davon lagen 1.057 auf der Intensivstation:

In sehr vielen unserer Krankenhäuser ist eine ganze Zeit schon die Schmerzgrenze überschritten", erklärte De Croo.

In den Krankenhäusern habe sich die Lage in den letzten Wochen dramatisch verschärft: In einigen Hospitälern wurden die Kapazitätsgrenzen bereits erreicht. Belgien hatte seine ersten Patienten deshalb am Donnerstag nach Deutschland verlegt. Angesichts der Überlastung der Intensivstationen in Ländern erklärte Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn, Deutschland werde seine Krankenhäuser so lange wie möglich für die Nachbarländer öffnen. In einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen sagte er:

Natürlich werden wir Belgien, der Tschechischen Republik und allen unseren Nachbarn helfen, sobald sie darum bitten und so lange wir können.

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