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Finnisches Software-Unternehmen entwickelt "höfliche Schrift" im Kampf gegen Cybermobbing

Eine Softwarefirma aus Finnland hat eine neue Schriftart entwickelt, die gegen beleidigende Sprache im Internet helfen soll. Das Ziel des Projekts ist es, Kinder auf Cybermobbing aufmerksam zu machen und Nutzer dazu anzuregen, besser auf ihre Wortwahl zu achten.
Finnisches Software-Unternehmen entwickelt "höfliche Schrift" im Kampf gegen CybermobbingQuelle: www.globallookpress.com © Christian Ohde/face to face

Bei der Polite Font [zu Deutsch: "Höfliche Schrift"] werden spezielle Algorithmen aus dem Bereich des maschinellen Lernens angewandt, um die Texte zu analysieren und beleidigende und unflätige Sprache mit inklusiveren Begriffen automatisch umzuschreiben. So werden Phrasen wie "Du bist hässlich" durch die neutralere Variante "Du bist nicht traditionell schön" ersetzt, während Kraftausdrücke einfach komplett ausgeblendet werden, berichtete die Zeitung The Independent. Dadurch soll die Polite Font auch zur ersten Schriftart werden, die Unschärfe als selbstständiges Symbol eines Schriftenpakets benutzt.

Der Basis-Wortschatz der Schrift wurde mithilfe finnischer Teenager und der finnischen Stiftung für Kinder und Jugendliche auf der Grundlage der Lexik erstellt, von der Menschen "verschiedener Religionen, Weltanschauungen und sexueller Orientierung" Gebrauch machen. Je nach Zunahme der Nutzerzahl der Schrift wird deren Wortschatz fortwährend aktualisiert. Bisher ist Polite Font ausschließlich in englischer Sprachversion erhältlich.

Laut dem Urheber des Projekts, dem finnischen Unternehmen TietoEVRY, wird damit das Ziel angestrebt, "Gleichstellung und Inklusivität zu fördern". Die Firma hoffe, mit dieser Initiative Mobber dazu zu bewegen, ihre Wortwahl bei Kommunikation mit anderen Menschen öfter zu überdenken und die eigentliche Bedeutung der von ihnen benutzten Wörter zu hinterfragen

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