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"Schießt, ich habe nichts zu verlieren": Polizei überwältigt Frau in Nizza (Video)

Eine offensichtlich verwirrte Frau richtete ihre Waffe im Stadtzentrum von Nizza auf französische Polizeibeamte. Sie wurde rasch überwältigt und in die Psychiatrie eingewiesen. Die Staatsanwaltschaft prüft nun ihre Zurechnungsfähigkeit.
"Schießt, ich habe nichts zu verlieren": Polizei überwältigt Frau in Nizza (Video)© Screenshot Twitter/@cestrosi

Eine Frau hat am Mittwoch im Stadtzentrum von Nizza drei Polizeibeamte mit einer Waffe bedroht. Nach Angaben des Regionalsenders France Bleu schrie die 41-Jährige: "Schießt, ich habe nichts zu verlieren", nachdem sie dreimal in die Luft geschossen hatte. Sie wurde sehr schnell von einem Beamten überwältigt.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei der Waffe um eine Pistole mit Platzpatronen handelte. Nach ihrer Verhaftung wurde die Frau von einem Psychiater untersucht, der einen Aufenthalt in der Psychiatrie anordnete.

Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, lobte den Mut der Polizisten auf Twitter:

"Dank ihrer Besonnenheit, ihres Mutes und ihrer Erfahrung gelang es unseren städtischen Polizeibeamten, eine bewaffnete Frau zu neutralisieren und ein dramatisches Ergebnis zu vermeiden. Ich bin stolz auf die Männer und Frauen unserer Stadtpolizei", schrieb er neben ein Video der Szene.

Auch der Innenminister, Gérald Darmanin, gratulierte der Polizei:

"Ich grüße die Beamten der Stadtpolizei von Nizza, die beispielhafte Professionalität bewiesen haben, als sie heute Nachmittag eine bewaffnete Person im Zentrum von Nizza festnahmen. Ich bin stolz auf diese Männer und Frauen, die sich tagtäglich für die Sicherheit des französischen Volkes einsetzen."

In einem Interview für die Lokalzeitung Nice Matin erklärte der Leiter der städtischen Polizeistation, wie er und seine Kollegen vorgegangen sind: Die Polizeistreife verbarg sich hinter Fahrzeugen, während ein Beamter der Gewalttäterin befahl, ihre Waffe wegzuwerfen. Ein zweiter Beamter warf sich dann von hinten auf sie und wurde schnell von anderen Kollegen unterstützt, um sie unter Kontrolle zu bringen. Während ihrer Verlegung in eine Zelle entschuldigte sich die Frau für ihre Taten. "Sie sprach ganz normal mit mir. Wir hatten den Eindruck, dass sie wieder zur Vernunft kam", sagte der Polizist, der über 38 Jahre Berufserfahrung verfügt.

Ich bin wirklich froh, dass ich ihr nicht das Leben genommen habe. Die jüngeren Kollegen haben gesehen, dass es in einer solchen Situation extrem wichtig ist, Ruhe zu bewahren.

Die Frau kann wegen Gewalt mit der Waffe gegen eine Autoritätsperson strafrechtlich verfolgt werden. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, dass sie von einem Psychiater untersucht wird, um festzustellen, ob sie für ihre Taten verantwortlich ist oder nicht.

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