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Zwei Jahre nach Einsturz: Neue Brücke in Genua eingeweiht

Knapp zwei Jahre nach dem tödlichen Einsturz der Morandi-Brücke hat Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte den Ersatzbau offiziell eröffnet. Die San-Giorgio-Brücke wurde als Symbol für den Neustart des Landes bezeichnet, das von der Corona-Krise schwer betroffen ist.
Zwei Jahre nach Einsturz: Neue Brücke in Genua eingeweihtQuelle: AFP © LUCA ZENNARO / POOL / AFP

Die Zeremonie begann mit der Verlesung der Opfernamen, gefolgt von einer Schweigeminute. Später durchschnitt Ministerpräsident Conte das Eröffnungsband. Die Kunstflugstaffel der Luftwaffe, die Frecce Tricolori, überflog den Ort und zeichnete die italienischen Landesfarben Grün-Weiß-Rot in den Himmel. An der Eröffnungsfeier nahmen außerdem Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella, mehrere Minister und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil. Ministerpräsident Giuseppe Conte sprach von einem "neuen Zusammenhalt". Die Brücke könne "Vertrauen schaffen und die Bürger Genuas, Liguriens und ganz Italiens den Institutionen und dem Staat näher bringen".

Am 14. August 2018 war die Morandi-Brücke bei einem Unwetter eingestürzt. Hierbei kamen 43 Menschen ums Leben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Verantwortlichkeiten am Brückeneinsturz und möglicher Wartungsmängel laufen noch. Viele Opferangehörige hatten angekündigt, nicht am Festakt teilnehmen zu wollen. Sie trafen sich aber am Nachmittag mit Staatschef Mattarella.

Die neue Brücke auf 18 Pfeilern war vom Stararchitekten Renzo Piano entworfen worden. Der 82-Jährige, der aus Genua stammt, sagte bei der Feier:

Hier schweben wir zwischen Tragödie sowie Stolz und Dankbarkeit.

Die Bauarbeiten gingen auch während der pandemiebedingten Maßnahmen in vollem Umfang weiter. Der reguläre Verkehr soll ab Mitte der Woche über die San-Giorgio-Brücke rollen. Sie ist nach dem Heiligen Georg benannt, einem Schutzheiligen Genuas.

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