Nahost

Präziser Schlag? USA töten angeblich IS-Führer - Damaskus meldet aber US-Angriff auf syrische Armee

Die von den USA geführte Koalition hat erklärt, dass sie einen Kommandeur des IS "ausgeschaltet" hat, der an der Enthauptung eines US-Offiziers beteiligt gewesen sei. Lokale Medien behaupten dagegen, dass der Luftangriff Positionen der syrischen Armee traf.
Präziser Schlag? USA töten angeblich IS-Führer - Damaskus meldet aber US-Angriff auf syrische ArmeeQuelle: Reuters © Reuters

Die Koalitionskräfte führten am 2. Dezember in der syrischen Wüste Präzisionsluftangriffe gegen ein hochrangiges IS-Mitglied, Abu al-Umarayn, und mehrere andere IS-Mitglieder durch, nachdem die US-Kräfte eine unmittelbare Bedrohung festgestellt hatten", erklärte ein Sprecher der US-geführten Militäroperation "Inherent Resolve" gegenüber RT.

Während die US-geführten Streitkräfte darauf bestehen, dass ihre Angriffe nur auf die Terror-Zelle abzielten, die im November 2014 an der Enthauptung des ehemaligen US-Army-Rangers Peter Kassig beteiligt war, behaupten lokale Medien, dass der Luftschlag stattdessen tatsächlich die Terroristen "unterstützte".

Die Koalition feuerte "mehrere Raketen" ab, die auf Positionen der syrischen Armee im ländlichen Gebiet des östlichen Homs und südlich von al-Sukhnah abzielten und angeblich einige "materielle Schäden" verursachten, aber keine Todesfälle oder Verletzungen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur SANA.

Die Präsenz der USA und der Koalition auf syrischem Territorium ist "ein Akt der Aggression und eine Verletzung der Souveränität des Landes", wie Damaskus wiederholt erklärt. Das Thema wurde mehrfach bei den Vereinten Nationen zur Sprache gebracht.

Damaskus ist der Ansicht, dass die amerikanische Präsenz nicht nur terroristische Organisationen mit solchen vermutlich zufälligen Angriffen auf syrische Streitkräfte direkt unterstützt, sondern auch diejenigen bewaffneten Kämpfer, die nach der faktischen Niederlage des "Islamischen Staates" als "gemäßigt" gelten können, davon abhält, konstruktive Gespräche mit der Regierung zu führen.

Washington besteht jedoch darauf, dass US-amerikanische Truppen auf unbestimmte Zeit in Syrien bleiben und erst abziehen werden, wenn ihre Mission zur Ausrottung des Terrorismus abgeschlossen ist. Im September fügte der Nationale Sicherheitsberater der USA John Bolton hinzu, dass US-Truppen in Syrien bleiben werden, bis auch der Iran seine Streitkräfte abzieht, obwohl diese - im Gegensatz zu den Amerikanern - offiziell von Damaskus eingeladen wurden.

In den vier Jahren seit ihrer Intervention in Syrien und im Irak als Speerspitze der "internationalen Koalition" gegen den IS haben die USA nach eigenen Schätzungen zu mindestens 1.124 zivilen Todesfällen beigetragen. Lokale Quellen und Menschenrechtsgruppen glauben, dass die Zahl der getöteten Zivilisten viel höher ist, vor allem an Orten wie Rakka, wo mehr als ein Jahr nach der "Befreiung" der Stadt noch immer Leichen aus den Trümmern geborgen werden.