Nahost

Fußball: Tritt die iranische Frauen-Nationalmannschaft mit Männern an?

Berichten zufolge sollen derzeit acht Teammitglieder der iranischen Frauen-Nationalmannschaft Männer sein, die auf ihre Geschlechtsumwandlung warten. Solche sind im Iran verhältnismäßig häufig. Die Aussage eines Offiziellen hat nun Geschlechtstests zufolge.
Fußball: Tritt die iranische Frauen-Nationalmannschaft mit Männern an?Quelle: Reuters © Ali Jarekji

Wie Breitbart berichtete, handelt es sich um acht Spielerinnen, deren Wandlung zur Frau noch nicht gänzlich vollzogen sei. Iranische Behörden hätten angegeben, die als Männer geborenen Kaderteile seien Transgender und würden auf ihre Geschlechtsumwandlung warten. Die Nachrichtenseite verwies auf einen Funktionär aus dem Iran mit Verbindungen zur Nationalmannschaft, Mojtabi Sharifi, der dies bestätigt haben soll: 

[Acht Spielerinnen] haben im iranischen Frauenteam gespielt, ohne dass eine Geschlechtsumwandlung vollzogen wurde. 

Daraufhin hätte der Fußballverband alle iranischen Teammitglieder zu einem Geschlechtstest aufgefordert. Die Namen der möglicherweise männlichen Spieler wurden nicht bekanntgegeben. Der britische Telegraph verweist in diesem Zusammenhang auf die Legalität einer Geschlechtsumwandlung im Iran. 

Vor 1979 wurde das Thema Geschlechtsidentität im Iran nicht von der Regierung diskutiert. Mitte der 1980er Jahre wurden Transgender-Personen von der Regierung als solche anerkannt und ihnen die Geschlechtsumwandlung erlaubt. Die Hälfte der Kosten für die Operation übernimmt der Staat. Auch die Ausweisdokumente werden entsprechend angepasst. Einem UNHCR-Bericht aus dem Jahr 2001 zufolge wird die Geschlechtsumwandlung im Iran im internationalen Vergleich oft unternommen. Kritiker, zu denen auch die US-Regierung zählt, bezeichnen die Operationen zur Geschlechtsumwandlung im Iran als "aufgezwungene Geschlechtsbestätigung" als Folge des geltenden Verbots des Praktizierens von Homosexualität.

Ohne uneingeschränkten Stadionbesuch für Frauen WM-Ausschluss möglich

Frauen dürfen im Iran immer noch nicht bei Fußballspielen männlicher Teams ins Stadion und eine der Fußballerinnen der Mannschaft, Niloufar Ardalan, wurde durch die internationale Presse bekannt, nachdem ihr der Ehemann die Ausreise zu einem Auswärtsspiel verweigert hatte. Während sich die erstmals 2010 laut gewordenen Gerüchte über die Frauenfußballmannschaft des Iran weiter halten, erwartet FIFA-Präsident Gianni Infantino eine Bestätigung aus Teheran dafür, dass Frauen künftig endlich ohne Einschränkungen ins Fußballstadion gelassen werden.

Infantino hatte Anfang März Teheran besucht und das Thema mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani besprochen. Der als Reformer geltende Präsident bestätigte dem FIFA-Vertreter, dass eine Aufhebung des Verbots folgen werden. Zeitlich legte sich Rouhani jedoch diesbezüglich nicht fest. Artikel 4 des FIFA-Gesetzes verbietet Diskriminierung jeder Art, auch die Geschlechterdiskriminierung. Der Iran könnte im Fall des Unterbleibens der Umsetzung des Artikels 4 sogar noch von der Weltmeisterschaft in Russland ausgeschlossen werden.

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