Nahost

Jemen-Konflikt: Flughafen Aden geschlossen

Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) im Jemen hat mit der Einstellung des internationalen Flugverkehrs am Flughafen Aden einen neuen Höhepunkt erreicht. Der "Südliche Übergangsrat" machte Saudi-Arabien für die Schließung verantwortlich.
Jemen-Konflikt: Flughafen Aden geschlossen

Wegen anhaltender Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde der Flugbetrieb am internationalen Flughafen von Aden am Donnerstag eingestellt. Die Rivalität der beiden Golfmächte beeinflusst zunehmend die politische Ordnung im vom Krieg gezeichneten Jemen. Die von Saudi-Arabien unterstützte und international anerkannte jemenitische Regierung ordnete neue Beschränkungen für Flüge aus den und in die VAE an, um die eskalierenden Spannungen einzudämmen, wie eine saudische Quelle gegenüber Reuters erklärte.

Dieser Schritt löste jedoch eine Trotzreaktion aus. Der mit den Separatisten im Süden des Jemen verbündete Verkehrsminister des Landes ordnete eine vollständige Einstellung des Flugverkehrs an, anstatt sich zu fügen.

Der "Südliche Übergangsrat" (STC), eine von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte jemenitische Separatistengruppe, die im vergangenen Monat den größten Teil des südlichen Jemen erobert hat, machte Saudi-Arabien, das "plötzliche neue Vorschriften" habe durchsetzen wollen, für die Schließung verantwortlich.

Das Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme zur Schließung des Flughafens.

Der Streit ist der jüngste Höhepunkt der sich verschärfenden Krise im Jemen und offenbart die tiefe Kluft zwischen den beiden Ölmächten am Golf.
Saudi-Arabien warf den VAE diese Woche vor, den jemenitischen STC unter Druck zu setzen, um mit ihrem Vormarsch nach Norden die Grenzen des Königreichs zu erreichen. Saudi-Arabien erklärte seine nationale Sicherheit zu einer "roten Linie". Daraufhin kündigten die VAE an, ihre verbleibenden Truppen aus dem Jemen abzuziehen.

Zuvor hatten die von Saudi-Arabien geführten Koalitionsstreitkräfte einen Luftangriff auf den südjemenitischen Hafen Mukalla geflogen. Laut Koalition diente dieser als Stützpunkt für die militärische Unterstützung der Separatisten durch ausländische Mächte.

Der Streit der beiden mächtigen Golfmonarchien hat auch wirtschaftliche Sprengkraft. Beide Länder sind wichtige Mitglieder des Ölkartells OPEC. Die Spannungen haben tiefe historische Wurzeln. Der Jemen war bis 1990 in einen Nord- und einen Südstaat geteilt. Nach der Wiedervereinigung dominierte der Norden. Ein Versuch des Südens, sich 1994 wieder abzuspalten, wurde militärisch niedergeschlagen.

Die Separatisten des STC streben seit Langem die Unabhängigkeit des Südens an. Im Jemen herrscht seit 2014 Bürgerkrieg. Damals übernahmen die von Iran geförderten Huthi die Kontrolle über den Norden des Landes, einschließlich der Hauptstadt Sanaa. Dies zwang die international anerkannte und von Saudi-Arabien unterstützte Regierung zur Flucht in den Süden, wo sie sich in Aden niederließ.

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