Nahost

Israel in Alarmbereitschaft: Abertausende bei Beerdigung der ermordeten Journalistin in Jerusalem

Während der Beerdigung der ermordeten "Al Jazeera"-Reporterin kam es in Jerusalem zu Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. Die israelische Polizei ging mit Gewalt gegen Trauernde vor, die Abu Aklehs Sarg aus dem Krankenhaus in Richtung des Stadtteils Scheich Dscharrah tragen wollten.
Israel in Alarmbereitschaft: Abertausende bei Beerdigung der ermordeten Journalistin in JerusalemQuelle: AFP © Mohammad Abed

Israelische Sicherheitskräfte sind bei der Beerdigung der ermordeten Al Jazeera-Reporterin Shireen Abu Akleh am Freitagnachmittag in erhöhter Alarmbereitschaft gewesen. Zu der Beisetzung der im Westjordanland getöteten Journalistin wurden Zehn-, sogar Hunderttausende erwartet, meldete Time of Israel am Vormittag.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums hatten israelische Streitkräfte am Mittwoch die Al-Jazeera-Mitarbeiterin im israelisch besetzten Westjordanland erschossen. Abu Akleh war im Einsatz, um über eine israelische Razzia in einem Flüchtlingslager in der Stadt Dschenin zu berichten.

Das Palästinensische Informationszentrum (Palinfo) teilte am Freitagnachmittag in einem Tweet mit, dass die Gewalt ausbrach, als die palästinensischen Trauernden damit begannen, Abu Aklehs Sarg aus dem französischen Krankenhaus St. Louis in das Viertel Scheich Dscharrah zu bringen. "Es gab Dutzende von Verletzten während des Sturms auf das französische Krankenhaus in Jerusalem durch die Besatzungstruppen", schrieb Palinfo und zitierte den Roten Halbmond in der Stadt. 

Quds News Network zufolge griffen israelische Streitkräfte Trauernde an, um "sie daran zu hindern, den Sarg von Abu Akleh vom Krankenhaus zur römisch-katholischen Kirche in der Altstadt zu tragen", bevor sie auf einem christlich-orthodoxen Friedhof neben der Altstadt von Jerusalem beigesetzt wurde.

Nach anderer Darstellung soll die israelische Armee die Menschen vor Ort gefragt haben, ob sie Christen oder Muslime sind. Die Beteiligung der Muslime an der Zeremonie soll durch israelische Sicherheitskräfte gestört worden sein.

Laut dem Quds News Network hat die Hamas am Freitag ihre Anhänger aufgerufen, sich auf dem Gelände der al-Aqsa-Moschee zu verbarrikadieren, um damit zu verhindern, dass israelische Streitkräfte erneut auf das Gelände der drittheiligsten islamischen Stätte vordringen können. Israelische Sicherheitskräfte hatten in letzter Zeit mehrfach das Gelände der al-Aqsa-Moschee gestürmt und sich dort Auseinandersetzungen mit Hunderten Palästinensern geliefert.

Der Sarg von Abu Akleh wurde am Donnerstag von Ramallah nach Jerusalem gebracht, nachdem mehrere Tausend Menschen sich am Donnerstag bei der Trauerfeier für die Journalistin in Ramallah versammelt hatten. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas machte dort in seiner Rede Israel für den Tod der Reporterin "vollständig verantwortlich" und sprach von einer "Hinrichtung".

Am Donnerstagabend luden die israelischen Behörden Abu Aklehs Bruder vor und forderten ihn auf, die Demonstrierenden anzuweisen, keine palästinensischen Flaggen zu tragen oder palästinensische Gesänge anzustimmen. Al Jazeera berichtete am Freitag, dass israelische Streitkräfte mindestens vier Palästinenser verhaftet haben, darunter zwei Männer, die die palästinensische Flagge im besetzten Ostjerusalem bei der Beerdigungszeremonie gehisst haben sollen.

Tausende muslimische und christliche Palästinenser aus Jerusalem sowie aus den israelisch besetzten Gebieten, darunter viele Journalisten, beteiligten sich an der Beerdigung von Shireen Abu Akleh. Sie kamen, um die erfahrene Al-Jazeera-Reporterin zu würdigen, die am Mittwoch mit einem Schuss in den Kopf ermordet wurde. Nach Angaben des palästinensischen Informationsministeriums wurden seit der Jahrtausendwende mindestens 45 Journalisten von israelischen Streitkräften getötet.

Mehr zum ThemaJerusalem: Israelische Polizei stürmt erneut Gelände der al-Aqsa-Moschee

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team