Nahost

UN-Bericht wirft Iran Waffenschmuggel an Huthi-Kämpfer im Jemen vor – Teheran dementiert

Ein UN-Bericht will "Beweise" haben, dass Teheran Waffen über den Golf von Oman an Huthi-Kämpfer geschmuggelt hat. Die iranische Führung dementiert das. Waffentransporte der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition gegen die Huthi nach Jemen werden vom Westen so gut wie nie verurteilt.
UN-Bericht wirft Iran Waffenschmuggel an Huthi-Kämpfer im Jemen vor – Teheran dementiertQuelle: AFP © Al-Huthi Group Media office

Tausende von Raketenwerfern, Sturmgewehren, Scharfschützengewehren und anderen Arten von Waffen, die die US-Marine in den vergangenen Monaten im Arabischen Meer beschlagnahmte, sollen aus einem Hafen in Iran stammen. Das besagt ein UN-Bericht, der laut dem Wall Street Journal "detaillierte Beweise" dafür liefert, dass Teheran mutmaßlich Waffen in den von der Außenwelt abgeriegelten Jemen geschmuggelt hat.

Der von einem Expertengremium des UN-Sicherheitsrats ausgearbeitete Berichtsentwurf über den Jemen erklärt, dass kleine Holzboote und Transportmittel über Land bei dem Versuch eingesetzt worden seien, in Russland, China und Iran hergestellte Waffen entlang der Routen in den Jemen zu schmuggeln, die die USA seit Jahren zu blockieren versuchten. Die Boote verließen den iranischen Hafen von Dschask am Golf von Oman, hieß es in dem UN-Bericht unter Berufung auf Interviews mit der jemenitischen Besatzung der Fischerboote und Daten von an Bord gefundenen Navigationsinstrumenten.

Die iranische Mission bei den UN erklärte, Iran mische sich aus politischen Gründen nicht in den Konflikt im Jemen ein. "Iran hat entgegen den Resolutionen des Sicherheitsrats keine Waffen, Munition oder damit verbundene Ausrüstung an den Jemen verkauft, exportiert oder transferiert", heißt es in einer E-Mail-Erklärung der iranischen UN-Vertretung.

Die Fähigkeit der Ansarullah-Bewegung (Huthi-Milizen), an geschmuggelte Waffen zu gelangen, habe dazu beigetragen, dass die Gruppe im Jemen-Konflikt die Oberhand gewinnen konnte, obwohl die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition massive Luftschläge gegen den Jemen eingesetzt hat, um "Positionen" der Huthis zu zerschlagen, heißt es in dem Bericht. Die Huthis kontrollieren die jemenitische Hauptstadt Sanaa und deren wichtigsten Hafen Hodeidah, während Huthi-Kämpfer dabei sind, die strategisch wichtige und ölreiche Stadt Ma'rib einzunehmen. 

Nasr al-Din Amir, der stellvertretende Leiter des Huthi-Informationsministeriums, sagte, das UN-Expertengremium für den Jemen sei nicht neutral, und nannte den möglichen Waffenschmuggel durch Iran "eine Illusion". Er betonte, eine Luft- und Seeblockade machten bereits Lebensmittellieferungen in den Jemen unmöglich, "geschweige denn angebliche Waffenlieferungen".

Die US-Marine hatte im Dezember nach eigenen Angaben ein Waffenlager auf einem Fischfrachter im Arabischen Meer beschlagnahmt. Die Ladung stammte aus Iran und sollte in den kriegszerrütteten Jemen geschmuggelt werden, hieß es in einer Mitteilung der in Bahrain stationierten Fünften Flotte der US Navy.

Die Huthis setzten Anfang Januar ein Schiff der Vereinigten Arabischen Emirate im Roten Meer fest. Nach Angaben der Ansarullah-Bewegung transportierte das Frachtschiff militärisches Material. Das Schiff soll auf dem Weg von der jemenitischen Insel Sokotra zur saudischen Küstenstadt Dschisan gewesen sein. Der Waffentransport für die von den Saudis geführten Militärkoalition wird vom Westen so gut wie nie verurteilt. 

Durch die von den Saudis verhängten Blockade droht dem Jemen, einem der ärmsten Länder der Welt, eine katastrophale Hungersnot. UNICEF nennt die Situation im Land bereits "die schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt". Das Land ist durch die von den Saudis verhängte See- und Luftblockade von der Außenwelt praktisch ganz abgeriegelt. Alle möglichen Zugänge der Jemeniten zu Häfen, Flughäfen und auf dem Landweg wurden geschlossen. Millionen Menschen leiden im Jemen aufgrund der Blockade an akutem Hunger, während die saudische Militärkoalition gezielt zivile Einrichtungen und die für die Versorgung der Bevölkerung lebenswichtige Infrastruktur bombardiert.

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