Nahost

Irakischer Dolmetscher: Die Verhaftung Saddam Husseins war eine Inszenierung

Die weltbekannten Szenen der Verhaftung des ehemaligen Präsidenten des Irak, Saddam Hussein, waren für Propagandazwecke inszeniert. Dies sagte ein früherer Dolmetscher für die US-amerikanischen Besatzungstruppen gegenüber RIA-Novosti. Er war Augenzeuge der Verhaftung.
Irakischer Dolmetscher: Die Verhaftung Saddam Husseins war eine InszenierungQuelle: AFP © AFP / HO

Wie die russische Nachrichtenagentur RIA-Novosti am Donnerstag meldete, erklärte ein ehemaliger irakischer Dolmetscher, der während und nach der US-amerikanischen Invasion im Irak für hochgestellte amerikanische Offiziere übersetzte, dass die berühmten Aufnahmen von der Verhaftung des früheren Machthabers Saddam Hussein in einem Erdloch für Propagandazwecke gestellt und inszeniert worden waren. 

Tatsächlich hätten die amerikanischen Truppen Saddam Hussein in einem Zimmer im nahegelegenen Wohnhaus aufgespürt und während eines Gebetes aufgegriffen. Saddam Hussein habe während seiner Ergreifung traditionelle arabische Kleider getragen, wie es bei Gebeten üblich ist, sagte der Dolmetscher. In diesem Gewand habe man den langjährigen Staatschef in den Hof herausgeführt. Da diese Art der Ergreifung den anwesenden Amerikanern zu wenig spektakulär erschien, habe man Saddam in ein nahegelegenes Erdloch gezwungen.

Saddam sei zu schwach gewesen, in dieses selbst hineinzuklettern, der Dolmetscher habe ihm dabei helfen müssen. Anschließend habe das anwesende Kamerateam die Aufnahmen, die später um die Welt gingen, gemacht.

Das US-amerikanische Propagandavideo, in dem die Version der Verhaftung Saddam Husseins im Erdloch zu sehen ist: 

Am 30. Dezember jährte sich die Hinrichtung von Saddam Hussein zum 15. Mal. Zuvor hatten die USA mit Verbündeten am 20. März 2003 den Irak unter dem Vorwand angegriffen, Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen. Diese wurden nie gefunden. Die Meldungen der westlichen Geheimdienste erwiesen sich später als Fälschungen und Fehlinterpretationen. Zudem wurde dem Irak eine Beteiligung an den Anschlägen vom 11. September 2001 unterstellt. Auch dies konnte nie verifiziert werden. 

Im Zweiten Golfkrieg, den der damalige US-Präsident George W. Bush bereits am 1. Mai 2003 für siegreich beendet erklärte, kamen nach offiziellen Angaben zwischen 28.800 und 37.400 irakische Soldaten und 4.800 Soldaten der westlichen Allianz ums Leben. Die Zahl der getöteten Zivilisten bis zum offiziellen Ende der US-amerikanischen Besatzung im Jahr 2011 wird auf bis zu 600.000 geschätzt. Zur Ruhe gekommen ist das Land bis heute nicht. 

Saddam Hussein gelang es nach dem Ende der aktiven Kampfhandlungen noch mehrere Monate, sich seiner Verhaftung zu entziehen. Entdeckt und festgenommen wurde er am 13. Dezember 2003. Am 5. November 2006 wurde er nach einer einjährigen Gerichtsverhandlung zum Tod durch den Strang verurteilt. Das Urteil wurde am 30. Dezember desselben Jahres vollstreckt. Hussein regierte Irak von 1979 bis 2003. 

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(RIA Novosti / RT)

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