Nahost

Gefährliches Spiel: Israels Luftangriff auf Latakia

Israel setzt mit seinen Aggressionen gegen Syrien erneut ziviles Menschenleben aufs Spiel. Am Dienstag lancierte Tel Aviv Luftangriffe auf den Hafen von Latakia, während sich ein russisches Frachtflugzeug im Landeanflug auf den Flugplatz Hmeimim bei Latakia befand.
Gefährliches Spiel: Israels Luftangriff auf LatakiaQuelle: AFP © SANA

Eine Analyse von Seyed Alireza Mousavi

Israel hat am Dienstag erneut einen Luftangriff auf den Hafen von Latakia durchgeführt. Dieser ist der wichtigste Versorgungshafen seit dem Ausbruch des von außen aufgeputschten Konflikts in Syrien. 

Die vom Mittelmeer aus in der Nacht abgefeuerten Raketen hätten ein gewaltiges Feuer ausgelöst. Das berichtete die syrische Nachrichtenagentur SANA. Es seien mindestens sechs Explosionen zu hören gewesen, wobei großer Sachschaden entstand. Dabei wurden Berichten zufolge Wohnhäuser, ein Krankenhaus und Geschäfte im Hafengebiet beschädigt. 

Israelische Angriffe auf Syrien seien nach eigenen Angaben hauptsächlich darauf ausgerichtet, den Ausbau des iranischen Einflusses in Syrien abzuwenden und Waffentransporte über Syrien an die Hisbollah zu unterbinden. Nach den jüngsten Explosionen im Hafen von Latakia wurde jedoch kein Umschlagplatz für Waffen an der Brandstelle identifiziert. Die Feuerwehr von Latakia teilte später mit, dass die getroffenen Container mit Elektrogeräten, Konservendosen, Milchpulver, Ersatzteilen für Maschinen und Fahrradrahmen beladen waren. Ein Feuerwehrmann sei wegen einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden, hieß es weiter.

Chuck Freilich, ein ehemaliger stellvertretender israelischer Nationaler Sicherheitsberater, sagte auf Anfrage des Wall Street Journal, dass Israel wahrscheinlich grünes Licht für diesen Angriff von Russland erhalten hätte. Es sei unwahrscheinlich, dass Israel die Angriffe gestartet hätte, ohne zuerst die Russen darüber zu informieren. Dieser Behauptung widerspricht allerdings die Tatsache, dass sich – laut einer russischen Behörde – ein russisches Frachtflugzeug zum Zeitpunkt des Angriffs der israelischen Luftwaffe auf den Hafen in Latakia im Landeanflug auf den Militärflugplatz Hmeimim befand. Um eine Wiederholung des Vorfalls von 2018 zu verhindern, kamen die Abwehrsysteme der syrischen Regierung am Dienstag größtenteils nicht zum Einsatz.

Israel hatte im Rahmen seiner Aggression gegen Syrien mehrfach andere Flugzeuge als Schutzschild gegen die syrischen Luftverteidigungssysteme eingesetzt. Im Jahr 2018 schoss die syrische Luftabwehr versehentlich ein russisches Aufklärungsflugzeug ab, das sich im Landeanflug auf den Flugplatz Hmeimim bei Latakia befand. Die ganze Mannschaft, insgesamt 15 russische Soldaten, kam dabei ums Leben. Die syrische Luftabwehr hatte auf israelische Kampfjets gezielt, die einen Angriff auf Latakia flogen und das russische Flugzeug als Schutzschild benutzten.

Damaskus hat wiederholt an den UN-Sicherheitsrat appelliert, Druck auf Tel Aviv auszuüben, die Souveränität Syriens nicht mehr systematisch zu verletzen.

In einer gemeinsamen Erklärung auf der 17. Sitzung des Astana-Prozesses verurteilten Moskau, Teheran und Ankara Israels anhaltenden Angriffe auf Syrien und stellten fest, dass diese eine Bedrohung für die Stabilität und Sicherheit der Region darstellen. Sie forderten ein Ende der Aggression. Press TV zufolge verurteilten die drei Staaten, dass Israel bei seinen Angriffen auf Syrien zivile Flugzeuge als Schutzschilde missbraucht, wobei das Land das Völkerrecht verletzt und das Leben der Zivilbevölkerung gefährdet. 

Mehr zum Thema - Neuer Angriff auf Syrien: Israel benutzt zivile Passagiermaschinen als Schutzschild

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team