Nahost

Nach Kritik an saudischen Militäreinsatz in Jemen: Riad weist Libanons Botschafter aus

Saudi-Arabien hat seinen Botschafter aus Libanon zurückgerufen, und forderte den libanesischen Botschafter auf, innerhalb von 48 Stunden das Land zu verlassen. Zuvor hatte der libanesische Informationsminister George Kordahi den saudischen Militäreinsatz in Jemen kritisiert. In einem gemeinsamen Schritt wies das mit Saudi-Arabien verbündete Bahrain ebenfalls am Freitagabend den libanesischen Botschafter aus.
Nach Kritik an saudischen Militäreinsatz in Jemen: Riad weist Libanons Botschafter ausQuelle: AFP © Joseph Eid

Zwischen Saudi-Arabien und Libanon kommt es erneut zu diplomatischen Spannungen. Saudi-Arabien rief seinen Botschafter aus Libanon zurück und forderte den libanesischen Botschafter auf, innerhalb von 48 Stunden das Land zu verlassen. Dem vorausgegangen war eine Kritik des libanesischen Informationsministers George Kordahi an dem saudischen Militäreinsatz in Jemen. 

Der Minister hatte am Montag in einem Gespräch bei einer Online-Show, die mit dem katarischen Fernsehsender Al Jazeera zusammenarbeitet, die von Saudi-Arabien geführte Kriegskoalition gegen Jemen verurteilt. Diese sei absurd und es sei an der Zeit, sie zu beenden. Kordahi erklärte, "die Huthis im Jemen verteidigen sich gegen eine ausländische Aggression."

In einem gemeinsamen Schritt wies das mit Saudi-Arabien verbündete Bahrain ebenfalls am Freitagabend den libanesischen Botschafter aus. Saudi-Arabien verbot als Strafmaßnahme alle Importe aus dem Libanon, und untersagte seinen Bürgern auch Reisen nach Libanon, berichtet Al Jazeera. Libanon ist wegen Finanzhilfen aufgrund der Wirtschaftskrise auf gute Beziehungen zu den Golfstaaten angewiesen.

In einer Erklärung am Freitagabend sagte der libanesische Premierminister Nadschib Miqati, er "bedauere" die saudischen Schritte. Kordahi sagte zudem, das Fernsehinterview sei mehr als einen Monat vor seiner Ernennung zum Minister aufgezeichnet worden.

Anfang dieser Woche riefen Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain als Reaktion auf das Statement des libanesischen Informationsminister zum Jemen-Konflikt ihre Botschafter in den Libanon ein, während der sechsköpfige Golf-Kooperationsrat (GCC) – dem auch Katar und Oman angehören – Kordahis Äußerungen verurteilte.

Saudi-Arabien beschuldigte unter anderem die von Iran unterstützte Hisbollah, die "unzureichende Reaktion" der libanesischen Funktionären auf Kordahis Äußerungen beeinflusst zu haben. Indessen forderte der Sprecher der Ansarullah-Bewegung (Huthi) in Jemen die Libanesen auf, sich nicht von den jüngsten Maßnahmen Saudi-Arabiens gegen ihr Land einzuschüchtern. 

Die Äußerungen des libanesischen Informationsministers waren die jüngsten in einer Reihe von Kontroversen zwischen dem Libanon und Saudi-Arabien im vergangenen Jahr. Der ehemalige libanesische Außenminister Charbel Wehbe hatte im Mai in einer TV-Sendung des Nachrichtensenders al-Hurra die Golfstaaten der Unterstützung der Terrormiliz IS in der Region beschuldigt. Nach seinen Äußerungen in der Sendung trat Wehbe zurück. 

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