Nahost

Türkische Sicherheitsbehörden zerschlagen mutmaßlichen israelischen Spionagering

Die Türkei ist derzeit Aufenthaltsort zahlreicher Araber aus den benachbarten Ländern, darunter auch aus Palästina. Türkischen Medienberichten zufolge wurden diese Ziel eines angeblichen Spionagenetzwerks des israelischen Geheimdienstes Mossad. Dieses flog nun auf.
Türkische Sicherheitsbehörden zerschlagen mutmaßlichen israelischen Spionagering© Winfried Rothermel/picture alliance

Der türkische Geheimdienst hat Berichten zufolge Anfang Oktober fünf Zellen eines mutmaßlichen Spionagerings des Mossad zerschlagen. Bei der Operation wurden 15 Männer verhaftet, die im Verdacht stehen, verdeckte Aktivitäten gegen ausländische Studenten und Palästinenser durchzuführen.

Die türkische Nationale Nachrichtendienstorganisation (MIT) habe das Netzwerk über ein Jahr lang verfolgt und ihre Informationen anschließend den Anti-Terror-Einheiten der Polizei mitgeteilt. Wie die türkische Tageszeitung Sabah berichtet, führte ein 200-köpfiges Team am 7. Oktober in vier Provinzen eine Razzia gegen die Zellen durch.

Die verhafteten Männer waren Sabah zufolge damit beauftragt, Informationen über ausländische Studenten, insbesondere über an türkischen Universitäten eingeschriebenen Palästinenser, zu sammeln. Im Fokus standen dabei Studenten, die für eine künftige Tätigkeit in der Rüstungsindustrie infrage kämen. Die Verhafteten sollen zudem eine Reihe anderer, nicht näher genannter Vereinigungen und Organisationen ausspioniert haben, die Palästinenser in der Türkei beherbergen.

Das Netzwerk habe die dabei gewonnenen Informationen genutzt, um Profile von Einzelpersonen zu erstellen. Diese sollen dann über Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsprogramme wie ProtonMail und SafeUM – eine Software, die gefälschte Telefonnummern generiert – an Mossad-Beamte weitergeleitet worden sein. Kommuniziert worden sei allerdings auch über den Messenger-Dienst Whatsapp.

Als Entschädigung sei den mutmaßlichen Spionen Geld über Western Union, MoneyGram und in einigen Fällen sogar Bitcoin überwiesen worden, heißt es in der Zeitung. Das Netzwerk soll zudem ein Kuriersystem für den Geldtransfer aufgebaut haben, das Juweliergeschäfte und Märkte nutzte.

Einer der Verdächtigen, der mit den Initialen "A.B." identifiziert wurde, soll ein Zahlungskurier sein, der im Juni in Istanbuls Stadtteil Maltepe als vermisst gemeldet wurde. Es soll sich um einen Versuch gehandelt haben, die türkischen Sicherheitskräfte in die Irre zu führen. Für seine Spionagetätigkeit soll er in diesem Jahr 10.000 Dollar erhalten haben, so die Zeitung.

Eine weitere Person mit den Initialien "R.A.A.", die sich in der kroatischen Hauptstadt Zagreb mit Mossad-Agenten traf, habe dort Zahlungen von insgesamt mehr als 2.000 Dollar erhalten. Ein drittes Mitglied des angeblichen Spionagerings mit den Initialen "M.A.S." reiste zweimal nach Zürich, um sich mit einem Mossad-Agenten zu treffen. Wie bereits "A.B." waren beide Männer zuvor als vermisst gemeldet worden.

Während die Sabah keine Angaben zur Nationalität der Männer machte, berichteten mehrere israelische und arabische Zeitungen, dass sie "arabischer Herkunft" seien. Wie das Nachrichtenportal Middle East Eye (MEE) berichtet, befinden sich unter den Verhafteten sechs Palästinenser, die seit letztem Monat in der Türkei als vermisst gemeldet worden waren. Ein Verwandter eines der Beschuldigten bestätigte gegenüber MEE die Festnahmen, bestritt jedoch die Vorwürfe.

Eine umfassende Anklageschrift solle erstellt werden, sobald der MIT die Verhöre der Verdächtigen abgeschlossen hat, so die Sabah. Weder die türkischen noch die israelischen Behörden äußerten sich bisher offiziell zu der Angelegenheit.

Mehr zum ThemaMedienbericht: Mossad startet Cybersabotagekampagne am Persischen Golf

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team