Nahost

Laut israelischer Studie: Ähnliche Reaktionen nach dritter Corona-Impfung

Obwohl die Weltgesundheitsorganisation vehement wohlhabende Staaten darum bat, aus Solidarität gegenüber ärmeren Ländern mindestens bis Ende September auf Drittimpfungen gegen das Coronavirus zu verzichten, wird in Israel die ältere Bevölkerung bereits zum dritten Mal mit Vakzinen versorgt. Laut Umfrage einer Krankenkasse waren die Auswirkungen der Injektionen typisch.
Laut israelischer Studie: Ähnliche Reaktionen nach dritter Corona-ImpfungQuelle: AFP © MENAHEM KAHANA / AFP

Ungefähr so wie nach einer zweiten Impfung hätte sich die Mehrzahl der Teilnehmer einer Umfrage nach ihrer Auffrischungsimpfung gefühlt, berichtet die Krankenkasse Clalit aus Israel. 88 Prozent hätten sich eine Woche nach der Injektion ähnlich oder besser gefühlt, zehn Prozent fühlten sich nach der Auffrischung unwohler und ein Prozent der 4.500 zu ihren Erfahrungen befragten Personen nahm aufgrund der Impfreaktionen medizinische Hilfe in Anspruch.

Zugleich berichteten 31 Prozent über Müdigkeit und rund sechs Prozent beklagten allgemeines Unwohlsein. Die Sprecherin der Kasse bestätigte am Montag die Ergebnisse der Studie, die darüber Auskunft einholen sollte, welche Auswirkungen ein Booster-Shot mit Corona-Impfstoffen bei 60-Jährigen und älteren Jahrgängen haben kann. Mehr als 240.000 Versicherte wären seit dem Beginn der Kampagne einer dritten Impfung ab Anfang August erneut geimpft worden.

Der Grund für die Kampagne läge in der Wirksamkeit des in Israel verwendeten Impfstoffes von BioNTech/Pfizer, die nach Zahlen des Ministeriums seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Experten der Regierung kritisieren diese Vermutung jedoch, da die Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben worden wären. 58 Prozent der israelischen Bevölkerung sollen mittlerweile vollständig geimpft sein, dennoch liegen die Corona-Neuinfektionen derzeit innerhalb eines Tages bei einer ungefähren Anzahl von über 3.000 Fällen. Von den 3.372 betroffenen Personen, die am Montagmorgen gemeldet wurden, sollen 360 Menschen schwer erkrankt sein.

Insgesamt gilt die Impfkampagne in Israel aufgrund des schnellen Vorankommens besonders zu Beginn als sehr erfolgreich, weshalb sie für internationales Aufsehen sorgte. Doch nun berichtete zuletzt Ministerpräsident Naftali Bennett darüber, dass sich mehr als eine Million Israelis (der 9,4 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung) trotz der bestehenden Möglichkeiten nicht impfen lassen wolle.

Wohl auch deshalb wurde am Sonntag von seiner Seite explizit die arabische Minderheit im Land – rund 20 Prozent der Bewohner – aufgerufen, die derzeit in dieser Bevölkerungsschicht bestehende niedrige Impfquote unbedingt nach oben hin zu verändern.

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