Deutschland

Charité impft Mitarbeiter zum dritten Mal gegen COVID-19

Entgegen dem bislang schärfsten Aufrufs der WHO hat man seit Mittwoch in der Berliner Charité damit begonnen, einen gewissen Kreis der Mitarbeiter zum dritten Mal gegen COVID-19 zu impfen. Auch wenn die Klinik von einem optimalen Schutz für die Beschäftigten spricht, sind die sogenannten Booster-Shots umstritten.
Charité impft Mitarbeiter zum dritten Mal gegen COVID-19Quelle: AFP © APU GOMES

Seit dem 4. August würde Mitarbeitern der Berliner Charité die Möglichkeit auf eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus geboten, sollten sie vor mindestens sechs Monaten ihre zweite Impfstoffinjektion erhalten haben und über 60 Jahre alt sein. Dies sagte ein Sprecher des Krankenhauses am Donnerstag.

Dabei konzentriere man sich bislang auf den Personenkreis, der in COVID-19-Risikobereichen beschäftigt ist und zudem altersbedingt einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist. Nach Informationen der zuerst darüber berichtenden Berliner Morgenpost plane man aber auch bereits, schrittweise andere Mitarbeiter ein drittes Mal gegen COVID-19 zu impfen. Das Ziel der Drittimpfung sei es, einen optimalen Schutz gegen eine Infektion zu bieten, so die Meldung.

Mit der Entscheidung, das Krankenhauspersonal mit einer dritten Dosis Impfstoff zu versorgen, stellt sich die bekannte Klinik gegen die Aufforderung der Weltgesundheitsorganisation WHO, die den Appell an alle mit ausreichend Vakzinen versorgte Länder aussprach, bis mindestens Ende September auf Booster- oder Auffrischungsinjektionen zu verzichten.

WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus bat mit Nachdruck darum, solange auf die Auffrischung vorheriger Immunisierung zu verzichten, bis mindestens zehn Prozent der Bevölkerung in jedem Land der Erde gegen das Coronavirus geimpft seien. Es sei nicht akzeptabel, dass die Länder, die bereits den größten Teil der weltweit verfügbaren Impfstoffvorräte eingesetzt haben, jetzt noch weitere Dosen verwendeten, während in anderen Teilen der Welt Menschen aus Risikogruppen weiterhin ungeschützt blieben.

Ebenfalls wies Katherine O'Brian, die Leiterin der WHO-Abteilung für Impfstoffe, während einer abgehaltenen Pressekonferenz darauf hin, dass es derzeit noch vollkommen ungeklärt sei, ob Booster-Impfungen überhaupt einen Nutzen haben und notwendig sind.

Trotz dieser Tatsachen setzte man beispielsweise in Israel schon Ende Juli auf Drittimpfungen und begann diese ab dem 1. August an über 60-Jährige zu verteilen. In Deutschland wolle man laut einer am Dienstag getätigten Aussage der Bundesregierung von September an Moderna- und BioNTech-Impfstoffe für gefährdete Bevölkerungsgruppen als Booster-Shot anbieten.

Mehr zum Thema - Israel: Frühgeimpfte erkranken wesentlich häufiger an COVID-19

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