Nahost

Bruderzwist im Nordirak: Kurdische Parteien bekämpfen sich

Die Lage in der autonomen Region Kurdistan im Norden Iraks ist angespannt, nachdem in den vergangenen Wochen immer wieder Konflikte zwischen den Kämpfern der KPD und der PKK eskaliert sind. Die Auseinandersetzungen forderten beiderseits bereits mehrere Todesopfer.
Bruderzwist im Nordirak: Kurdische Parteien bekämpfen sichQuelle: www.globallookpress.com © Willi Effenberger/ZUMAPRESS.com

Kräfte der irakisch-kurdisch Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) sollen eine angebliche "Provokation" gegenüber der türkisch-kurdischen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die einige entlegene Gebiete im Norden Iraks kontrolliert, durchgeführt haben, wie PKK-nahe Medien am Donnerstag berichteten. Ein Konvoi aus gepanzerten Fahrzeugen der KDP, die die größte Partei der Regierung der irakischen autonomen Region Kurdistan ist, habe versucht, in ein Gebiet einzudringen, das von PKK-Kräften kontrolliert wird.

PKK-Mitglieder sollen die KDP-Milizen aufgefordert haben, das Gebiet zu verlassen, woraufhin die KDP-Kämpfer ihre Waffen gezogen hätten, zitiert die PKK-nahe Nachrichtenagentur ANF örtliche Quellen. Die Konfrontation sei durch die ortsansässige Bevölkerung entschärft worden, indem sie beide Parteien voneinander trennte.

Seit Juni habe die Zahl der "Provokationsversuche" der KDP gegenüber der PKK zugenommen. Anfang letzten Monats soll es zu einem bewaffneten Angriff der KDP auf ein Gebiet gekommen sein, das schon seit vielen Jahren von der PKK kontrolliert werde. Bei mehreren Konfrontationen habe die KDP seitdem auch schwere Waffen wie Artillerie eingesetzt, um PKK-Stellungen zu bombardieren. Auch gepanzerte Fahrzeuge wären dabei zum Einsatz gekommen. Bei den Kämpfen sollen mehrere PKK- und KDP-Kämpfer ums Leben gekommen sein.

Militäreinheiten der KDP würden derzeit laut ANF ihre Stellungen verstärken und weitere schwere Geschütze in Stellung bringen und zudem Befestigungsanlagen und Kontrollposten errichten.

Die KDP ihrerseits warf der PKK vor, Angriffe gegen ihre Stellungen durchgeführt zu haben, wie die KPD-nahe Agentur Rudaw schrieb. Das Peschmerga-Ministerium der kurdischen Regionalregierung, das für die militärischen Einheiten der KDP zuständig ist, erklärte, dass ihre Kräfte das Recht und die Pflicht hätten, die Region Kurdistan innerhalb ihrer Grenzen zu verteidigen. Das Ministerium drückte zudem seine Sorge über die Auswirkungen des bewaffneten Konfliktes zwischen der Türkei und der PKK für die lokale Bevölkerung aus.

Die PKK führt seit Anfang der 1980er-Jahren einen bewaffneten Kampf gegen die türkische Regierung mit dem erklärten Ziel, mehr Rechte für die kurdische Minderheit zu erringen, die aus ihrer Sicht unterdrückt werde. Ihr Rückzugsgebiet sind die Kandil-Berge im Nordirak. Mehrere Staaten, darunter die Türkei, Deutschland und die USA, stufen sie als Terrororganisation ein. Die syrisch-kurdische Partei PYD und ihre Miliz YPG, die weite Teile Nordsyriens kontrollieren, haben sehr enge Beziehungen zur PKK.

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