Nahost

Berichte: Kämpfe zwischen türkischer Armee und PKK verschärfen sich

Seit fast 40 Jahren tobt der Kampf zwischen der kurdischen Partei PKK, von der Türkei als Terrororganisation eingestuft, und den türkischen Streitkräften. Angesichts der Abhängigkeit des türkischen Präsidenten Erdoğan von Ultranationalisten ist ein Frieden nicht in Sicht.
Berichte: Kämpfe zwischen türkischer Armee und PKK verschärfen sichQuelle: www.globallookpress.com © Willi Effenberger/ZUMAPRESS.com

In den letzten Tagen ist es in den kurdisch besiedelten südöstlichen Gebieten der Türkei zu einer Eskalation des bewaffneten Kampfes zwischen den türkischen Streitkräften und Kämpfern der unter anderem in der Türkei und Deutschland als Terrororganisation eingestuften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gekommen. Der bewaffnete Flügel der PKK, die HPG, meldete laut der PKK-nahen Nachrichtenagentur ANF, dass "mindestens 16 Besatzer bestraft" wurden.

Die HPG habe der türkischen Armee diese Verluste bei Kampfhandlungen am Samstag und Sonntag in drei unterschiedlichen Gebieten zugefügt. Bei den Gefechten handele es sich um Angriffe der HPG auf Stellungen der türkischen Armee. Zu möglichen eigenen Verlusten äußerte sich die PKK nicht. Zeitgleich zu den Kampfhandlungen habe die türkische Armee die Stellungen der PKK im Kandil-Gebirge im Nordirak bombardiert.

Auch türkische Medien meldeten Kämpfe zwischen der türkischen Armee und der PKK. Am Sonntag teilte das türkische Verteidigungsministerium laut der regierungsnahen Zeitung Yeni Şafak mit, dass im Zuge der Bombardierung von PKK-Stellungen durch die türkischen Luftstreitkräfte im Norden Iraks drei "PKK-Terroristen" getötet worden seien.

Am Tag zuvor hatte das türkische Innenministerium gemeldet, dass drei PKK-Kämpfer sich ergeben hätten. Dies sei den "Überzeugungsversuchen" der türkischen Polizei und Gendarmerie zu verdanken. Die Kämpfer hätten sich der PKK zwischen 2013 und 2015 angeschlossen und seien in Syrien sowie im Irak aktiv gewesen. In diesem Jahr hätten sich somit insgesamt bereits 89 PKK-Kämpfer ergeben. Lokale Einheiten der Gendarmerie hätten im Rahmen einer Operation in der Provinz Şırnak laut dem Innenministerium zwei weitere PKK-Kämpfer "neutralisiert". Im Gebieten würden weitere Operationen laufen. Am Donnerstag hätten türkische Soldaten ebenfalls drei PKK-Mitglieder bei Kampfhandlungen im Norden Syriens "neutralisiert". Die PKK-Kämpfer hätten versucht, in das von der türkischen Armee besetzte Gebiet einzudringen.

Am Freitag hatte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar erklärt, dass das Land in den letzten sechs Jahren mehr als 18.000 mutmaßliche Terroristen "neutralisiert" habe, wie die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Akar gab nicht an, welchen Gruppen die "Terroristen" angehört haben sollen.

Keiner dieser Berichte kann derzeit durch unabhängige Quellen verifiziert werden.

Die PKK griff im Jahr 1984 nach verschärften antikurdischen Repressionen infolge des Militärputsches von 1980 zu den Waffen und führt seitdem einen Kampf für mehr Rechte der kurdischen Minderheit in der Türkei. Bisher starben bei dem Konflikt etwa 40.000 Menschen. Ein Friedensprozess brach vor sechs Jahren zusammen.

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