Nahost

Hamas bereit, mit Israel über Gefangenenaustausch zu verhandeln

Zwischen der Hamas und Israel besteht ein fragiler Waffenstillstand. Dieser soll in Gesprächen ausgebaut werden. Bei den Verhandlungen könnte auch der Gefangenenaustausch voranschreiten. Die Hamas zeigt sich verhandlungsbereit und hofft auf eine neue israelische Regierung.
Hamas bereit, mit Israel über Gefangenenaustausch zu verhandelnQuelle: www.globallookpress.com © Ashraf Amra

Die Hamas hat die Leichen zweier israelischer Soldaten im Gazastreifen einbehalten sowie zwei israelische Zivilisten gefangen genommen. Diese könnten bald zurückgeführt werden. Die palästinensische Hamas-Bewegung ist zu Verhandlungen mit Israel über einen Gefangenenaustausch bereit, teilte das Hamas-Oberhaupt im Gazastreifen und Chef des Politbüros Yahya Sinwar am Montag mit: 

"Der Prozess des Gefangenenaustauschs ist in letzter Zeit vorangeschritten, aber er ist wegen des Fehlens einer stabilen Regierung der Besatzer ins Stocken geraten. (...) Wir sind zu dringenden Verhandlungen bereit."

Sinwar tätigte seine Aussage wenige Stunden nach dem Besuch des Chefs des ägyptischen Allgemeinen Geheimdienstes im Gazastreifen. 

In den nächsten Tagen werden in Kairo verschiedene palästinensische Gruppen zusammenkommen. Sinwar erklärte hierzu: 

"In den kommenden Tagen werden wir Verhandlungen in Kairo erleben." 

Diese zielen darauf ab, einen langfristigen Waffenstillstand zu erreichen. Die palästinensischen Interessengruppen bestehen darauf, dass der Gefangenenaustausch nicht an andere Themen wie den Wiederaufbau geknüpft wird.

Am Montag traf der Chef des ägyptischen Geheimdienstes Abbas Kamel in Gaza ein. Er leitet die Gespräche für den Waffenstillstand, den Wiederaufbau in Gaza, die Rückführung der israelischen Gefangenen und die palästinensische Versöhnung. 

Sinwar tätigte seinen Kommentar einen Tag nach Kamels Zusammentreffen mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas inmitten der Bemühungen, den Waffenstillstand auszudehnen. Die Verhandlungspartner auf israelischer Seite könnten sich bald ändern. Netanjahu ist der bisher am längsten amtierende Regierungschef. Seine Gegner aber wollen eine neue Regierung bilden. Das ultrarechte Bündnis Jamina will mit Jair Lapid von Jesch Atid (zu Deutsch etwa "Zukunftspartei") Koalitionsverhandlungen führen. Ministerpräsident würde zunächst der ehemalige Verteidigungsminister Naftali Bennett für die Dauer von zwei Jahren, anschließend dann Lapid. 

Mehr zum Thema - Gaza-Stadt: Drohnenaufnahmen der Trümmer nach israelischer Bombardierung 

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