Nahost

Iran macht Israel für mutmaßlichen Cyberangriff in Natanz verantwortlich

Der iranische Außenminister wirft Israel vor, an dem Cyberangriff auf die Urananreicherungsanlage in Natanz beteiligt gewesen zu sein. Tote oder Verletzte gab es keine. Unterdessen will Iran seine Aktivitäten im nuklearen Bereich als Antwort auf den Angriff verstärken.
Iran macht Israel für mutmaßlichen Cyberangriff in Natanz verantwortlichQuelle: Reuters © Raheb Homavandi

Israel sei an dem Atomunfall am Sonntag in Natanz beteiligt gewesen, erklärte der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif am Montag. Das Ziel des Angriffs sei die Verhinderung der Verhandlungen über das Atomabkommen gewesen:

"Israelische Politiker und Militärangehörige sagen offen, dass sie keine Fortschritte und die Aufhebung ungerechter Sanktionen zulassen werden. Und heute glauben sie, ihr Ziel erreicht zu haben."

Jedoch betonte der iranische Außenminister, als Antwort auf den Angriff würden weitere Fortschritte im nuklearen Bereich folgen. Zarif fügte hinzu, dass "die Elite und das iranische Volk vorsichtig sein müssen, um nicht in die kluge Falle der israelischen Behörden zu geraten". Der Außenminister merkte an, "Natanz wird nun mit moderneren Zentrifugen ausgestattet, die das Anreicherungspotenzial vervielfachen".

Said Khatibzade, Vertreter des iranischen Außenministeriums, teilte auf einer Pressekonferenz mit, Teheran werde sich an Israel für den Angriff in Natanz rächen, wie man dies für notwendig hält:

"Als Reaktion wird Iran zu gegebener Zeit Rache am israelischen Regime verüben."

Laut dem Diplomaten "wurde in der Nuklearanlage von Natanz weder Menschen noch der Umwelt Schaden zugefügt, aber es hätte zu einer Katastrophe führen können, die ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt". Er präzisierte, alle außer Betrieb befindlichen Zentrifugen seien vom Typ IR-1 und würden durch neue ersetzt.

In der iranischen Atomanlage Natanz kam es in der Nacht zum Sonntag zu einem Zwischenfall mit Problemen im Stromnetz in Teilen der Urananreicherungsanlage. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund der Wiener Gespräche über die Rückkehr der USA zum Gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (JCPOA), aus dem sich die Vereinigten Staaten zurückgezogen hatten. Im Jahr 2018 war die Regierung unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump aus dem sogenannten Atomabkommen ausgestiegen. Im Rahmen des Abkommens musste Iran sein Atomprogramm zurückfahren und Uranreserven im Austausch gegen Sanktionserleichterungen herabstufen.

Die israelische Regierung war stets gegen das Atomabkommen. Premierminister Netanjahu erklärte kürzlich, Israel werde sich nicht auf das iranische Atomabkommen verlassen und alles tun, um zu verhindern, dass Teheran in den Besitz von Atomwaffen kommt.

Mehr zum Thema - Zwischenfall in Urananreicherungsanlage: Teheran spricht von "Nuklear-Terrorismus"

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion