Nahost

Israel billigt elektronische Quarantäne-Überwachung für Reiserückkehrer

Die israelische Knesset hat die Regierung des Landes befugt, die häusliche Quarantäne aller ungeimpften Reiserückkehrer mithilfe eines elektronischen Armbands zu kontrollieren. Andernfalls müssen die Betroffenen diese in einem Isolationshotel verbringen.
Israel billigt elektronische Quarantäne-Überwachung für ReiserückkehrerQuelle: Reuters © Amir Cohen

Laut dem am Mittwoch verabschiedeten Beschluss wird den Behörden nun erlaubt, die sogenannten "Freiheits-Armbänder" für die Bürger anzuordnen. Eine frühere Maßnahme, die eine Selbstisolation in den von der Regierung verwalteten speziellen Corona-Hotels vorschrieb, war Anfang des Monats ausgelaufen. Nun dürfen sich die Israelis zu Hause isolieren, solange sie zustimmen, das elektronische Tracking-Gadget zu tragen.

Diejenigen, die diese Form der Überwachung verweigern, müssen sich ihrer verpflichtenden Quarantäne wie früher in einem der dafür vorgesehenen Hotels unterziehen. Verstöße gegen die Isolationsregeln können mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 israelischen Schekel (knapp 1.300 Euro) geahndet werden.

Ausgenommen von der elektronischen Kontrolle sind Corona-Geimpfte, Genesene sowie Kinder unter 14 Jahren. Die ersten zwei Gruppen müssen allerdings wie Ungeimpfte vor dem Flug und nach der Landung einen negativen Test auf das Coronavirus vorweisen. In bestimmten Fällen können die Bürger außerdem eine Ausnahmegenehmigung bei einem speziellen Komitee beantragen.

Das Tracking-Armband des israelischen Herstellers SuperCom wurde zum ersten Mal Anfang des Monats im Rahmen eines Pilotprogramms am Flughafen Ben Gurion präsentiert. Damals wurden die ersten 100 Geräte an Einreisende verteilt. SuperCom-CEO Ordan Trabelsi setzte diesbezüglich seine Hoffnung darauf, das Projekt für einen großflächigen Einsatz auf ganz Israel auszuweiten. Nach Angaben des Nachrichtensenders i24 News wurden inzwischen etwa 10.000 Armbänder verteilt, weitere 20.000 sollen bis nächste Woche fertiggestellt werden.

Laut Trabelsi sollen die Tracking-Armbänder ausschließlich dazu dienen, die Behörden zu informieren, wenn eine Person ein bestimmtes Quarantäne-Gebiet – normalerweise sein eigenes Haus – verlässt, und keine weiteren Informationen übermitteln. In einer Pressemitteilung Anfang des Monats sprach SuperCom von "sehr positiven und komfortablen Erfahrungen" und "einer hohen Zufriedenheitsrate" mit dem Armband bei den israelischen Bürgern.

Zusätzlich zum Armband selbst, das die Überwachung sowohl per GPS als auch per Bluetooth ermöglicht, erhalten die Nutzer auch ein an der Wand befestigtes Gerät, das mit einer Smartphone-App gekoppelt werden kann.

Ähnliche Systeme zur Überwachung von Reiserückkehrern wurden bereits in mehreren anderen Ländern der Welt eingeführt. Sowohl Google als auch Apple hatten im vergangenen Jahr Smartphone-Apps entwickelt, die bei der Kontaktverfolgung helfen sollen. Die Technologie benachrichtigt die Benutzer, wenn sie in Kontakt mit einer infizierten Person kommen. Im Gegensatz zu dem israelischen Überwachungssystem blieb ihr Einsatz bisher dennoch freiwillig.

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