Nahost

Raketenangriff verwüstet illegale Ölraffinerie in Nordsyrien

Drei Raketen schlugen in einer illegalen Ölraffinerie im Nordsyrien ein, wo Rohöl außer Landes geschmuggelt wird. Die Gebiete werden von der Türkei und Rebellen kontrolliert. Es wurde behauptet, die Raketen seien von russischen Kriegsschiffen abgefeuert worden.
Raketenangriff verwüstet illegale Ölraffinerie in NordsyrienQuelle: AFP © Aref Tammawi

Bei Raketenangriffen im Norden Syriens seien mindestens vier Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden. Die Raketen schlugen am Freitag in einer illegalen Ölraffinerie im Nordsyrien im Gebiet Tarhin in der Nähe der von der Türkei kontrollierten Stadt al-Bab ein, wo syrisches Rohöl außer Landes geschmuggelt wird. Mehrere Tankwagen seien dabei in Brand geraten und hätten schwere Explosionen verursacht. Die Gebiete werden von der Türkei und den mit ihr verbündeten Rebellen kontrolliert. Das Ausmaß der Plünderung der syrischen Ölreserven durch die von der Türkei unterstützte Rebellen und deren westliche Verbündete wurde im letzten Jahr bekannt.

Die sogenannte Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte behauptet, die Raketen seien von russischen Kriegsschiffen vor der Küste auf einen Markt und Ölraffinerien nordöstlich von Aleppo gefeuert worden. Syrische Regierungstruppen hätten zudem mehrere Raketen auf Ölraffinerien östlich von Aleppo abgefeuert, die dort große Brände verursachten. Der Sprecher der mit der Türkei verbündeten oppositionellen Syrischen Nationalarmee, Jussif Hammud, bestätigte die Angriffe der dpa.

Die Regierungen Syriens und Russlands kommentierten die Berichte zunächst nicht. Russland ist gemeinsam mit dem Iran der wichtigste Verbündete des syrischen Staates. Die Türkei unterstützt in dem seit zehn Jahren laufenden Bürgerkrieg dagegen die Rebellen. Die Ölanlagen im von der Türkei kontrollierten Teil der syrischen Provinz Aleppo wurden in den vergangenen Monaten wiederholt angegriffen. Weder die russische noch die syrische Regierung bekannten sich dazu.

Syriens Ölminister Bassam Tuma hatte im September 2020 erklärt, dass das sogenannte Caesar-Gesetz – ein US-Sanktionspaket gegen Syrien – mehrere importierte Lieferungen behindert habe. Er erklärte, dass die Treibstoffkrise, die sein Land hart getroffen habe, das Ergebnis "westlicher Sanktionen" sei, während Ölfelder in den östlichen Regionen unter die Kontrolle US-amerikanischer Truppen und der von den USA unterstützten syrisch-kurdischen Kämpfer gefallen seien.

Inmitten des Bürgerkrieges in Syrien machten 2015 auch Berichte die Runde, dass Islamisten eine funktionierende Ölindustrie unterhielten, mit der sie offenbar rund 50 Millionen Dollar monatlich einnähmen. Öllieferungen des sogenannten Islamischen Staates sollen in die Türkei befördert worden sein. 

Mehr zum Thema - USA unterzeichnen Ölabkommen mit kurdischen Rebellengruppen in Nordsyrien

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