Nahost

Welle von mysteriösen Explosionen im Iran hält an – Tanklaster in Brand geraten (Video)

In der westiranischen Provinz Kermānschāh sind am Dienstag sechs Tanklastwagen in Flammen aufgegangen. Es ist der jüngste Vorfall in einer Reihe von Bränden und Explosionen im gesamten Land, die zum Teil Standorte mit kritischer Infrastruktur trafen.
Welle von mysteriösen Explosionen im Iran hält an – Tanklaster in Brand geraten (Video)Quelle: AFP © FARZAD MENATI / TASNIM NEWS / AFP

Dutzende Feuerwehrleute waren erforderlich, um die Brände zu bekämpfen, die sich auf einem Parkplatz im Industriegebiet Dolat Abad in der westiranischen Provinz Kermānschāh ereigneten. Videomaterial vom Ort des Geschehens zeigt riesige schwarze Rauchsäulen, während Einsatzkräfte versuchen, die Situation unter Kontrolle zu bringen.

"Etwa 100 Feuerwehrleute versuchen, das Feuer in dem Gebiet einzudämmen. Es gab keine Toten, aber einige Menschen wurden verletzt", sagte Keyvan Maleki von der Feuerwehr von Kermānschāh gegenüber der Iranian Students News Agency.

Laut dem Sprecher wurden bis zu sieben Menschen, darunter drei Feuerwehrleute, durch die Explosionen verletzt. Er fügte hinzu, dass die Behörden eine Untersuchung über die Ursache des Vorfalls eingeleitet haben.

Diesem jüngsten Vorfall gingen bereits mehrere Explosionen und Brände in iranischen Militär- und Industrieanlagen im Laufe der letzten Wochen voraus. Der erste Vorfall ereignete sich am 26. Juni in einem Gasspeicher im Militärlager Partschin südöstlich von Teheran. Nur vier Tage später folgte eine Explosion in einer medizinischen Einrichtung, bei der 19 Menschen starben und die auf defekte Sauerstofftanks zurückgeführt wurde.

Betroffen waren zudem eine Fabrik in einem Teheraner Vorort, ein Petrochemie-Komplex im Südwesten des Iran, ein Kraftwerk im Zentraliran sowie eine Werft im südwestlichen Hafen von Buschehr, wo mindestens sieben iranische Schiffe in Brand gerieten. Auch die Atomanlage von Natanz war betroffen, wo am 2. Juli ein Feuer im Gebäude des oberirdischen Teils der Anlage nach einer Explosion ausbrach.

Die dortige Explosion hat nach Angaben der iranischen Atomorganisation "beachtliche Schäden" angerichtet. Diverse Infrastruktur soll beschädigt oder komplett zerstört worden sein und somit auch die Arbeit in der gesamten Anlage "verlangsamt" haben. Zur genauen Ursache der Explosion äußerten sich die iranischen Stellen bisher nicht.

Besonders die Explosionen in Partschin und Natanz nährten Spekulationen über ausländische Sabotageakte als Teil eines Schattenkrieges zwischen dem Iran einerseits und den USA und Israel auf der anderen Seite. Angefeuert wurden die Spekulationen durch Äußerungen anonymer israelischer Quellen gegenüber Medien wie der New York Times und dem Business Insider, die behaupteten, der israelische Geheimdienst sei für die Explosion der Nuklearanlage verantwortlich und dass die Anschläge Teil einer umfassenderen Kampagne seien, um dem Iran zu schaden.

Brandserie offenbar nicht ungewöhnlich 

Belege für ausländische Sabotageakte gibt es jedoch bislang nicht. Israelische Regierungsvertreter haben eine Beteiligung an den Vorfällen nicht bestätigt. Auch Teheran weist die Behauptung zurück, wonach ausländische Cyberangriffe und Sabotageakte Ursache der Brandserie seien. "Die Brände in den letzten Wochen haben damit nichts zu tun", sagte der iranische Außenamtssprecher Abbas Mussawi am vergangenen Donnerstag. 

"Cyber-Angriffe gegen den Iran gibt es täglich, das ist nichts Neues, aber die werden von unseren IT-Expertenteams stets abgewehrt und neutralisiert", fügte der Sprecher laut der Nachrichtenagentur Mehr hinzu.

Laut Mussawi gebe es im Iran im Sommer schon immer vermehrt Brände. Tatsächlich zeigt eine Aufstellung der Analystin Tiziana Corda anhand iranischer Medienberichte, dass sich solche Vorfälle auch im vergangenen Jahr während des Sommers häuften.

Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass zumindest ein Teil der Explosionen auf Sabotageakte zurückzuführen ist. Bekanntlich war das iranische Atomprogramm in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Sabotageakten, darunter auch die Anlage in Natanz, wo der Computerwurm "Stuxnet" eingeschleust worden war. Laut IT-Experten wurde dieses äußerst anspruchsvolle, aufwändige Computerprogramm gezielt zur Sabotage iranischer Atomanlagen entwickelt.

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