Asien

Nach Streit um Verteidigungsausgaben: Südkorea muss mehr für US-Militärs zahlen

Südkorea und die USA unterzeichneten am Freitag einen Kostenvertrag und bezeichneten diesen als "Fundament" ihrer Verbundenheit. Demnach muss Südkorea fortan mehr Kosten für die Militärpräsenz der USA auf der koreanischen Halbinsel tragen.
Nach Streit um Verteidigungsausgaben: Südkorea muss mehr für US-Militärs zahlenQuelle: Reuters © Ahn Young-joon/Pool via REUTERS

Für die Präsenz von 28.500 US-Soldaten auf der koreanischen Halbinsel sagte Südkorea zu, für dieses Jahr 920 Millionen Dollar zu zahlen. Im Vorjahr waren es 830 Millionen Dollar. Trotz der angekündigten Aussetzung der großen gemeinsamen Militärmanöver soll Südkorea mehr bezahlen. 

Dem Vertrag gingen zehn Runden an Gesprächen im letzten Jahr voraus. Es war schwierig, einen Konsens zu finden. Die USA forderten einen höheren Anteil von den Südkoreanern. 

Der im Jahr 2014 unterschriebene Vertrag war 2018 ausgelaufen. Die Unterzeichnung des Kostenvertrags fand schließlich am Freitag im südkoreanischen Außenministerium statt. Die südkoreanische Außenministerin Kang Kyung-wha sagte gegenüber dem US-Botschafter Harry Harris: 

Dies wird jetzt das Fundament - eines der Fundamente - der Allianz und etwas, auf das die Allianz bauen wird, um stärker und größer zu werden. 

Die südkoreanische Nationalversammlung muss den Vertrag noch ratifizieren. Dieser wird ein Jahr lang gültig sein. Südkorea hatte eine längere Gültigkeitsdauer gefordert. Schon bald werden Washington und Seoul neu verhandeln müssen. 

US-Präsident Donald Trump hatte den Südkoreanern gedroht seine Truppen aus Südkorea abzuziehen. Für Nordkorea stellt die hohe militärische Präsenz der USA eine Bedrohung dar. Kritik an dem US-THAAD-System wurde auch aus China geübt. Daraufhin behinderte Peking Geschäfte des südkoreanischen Unternehmens Lotte. Diese hatte in einem Landtausch mit der südkoreanischen Regierung die THAAD-Aufstellung ermöglicht.