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Streit um Kosten für Raketenabwehrsystem: Trump fordert Geld von Südkorea

Die Lieferung des THAAD-Raketenabwehrsystems aus den USA nach Südkorea führt bis heute zu Protesten und löste einen wirtschaftlichen Streit zwischen Peking und Seoul aus. Der Schaden für Südkorea war immens. Jetzt fordert der US-Präsident, dass Südkorea für THAAD bezahlt.
Streit um Kosten für Raketenabwehrsystem: Trump fordert Geld von Südkorea Quelle: Reuters © Kim Hong-Ji

Das THAAD-System (Terminal High Altitude Area Defense) wurde 2017 von den USA nach Südkorea geliefert und auf einem ehemaligen Golfplatz in Soseong-ri, Südkorea, aufgestellt. Das Raketenabwehrsystem gegen ballistische Raketen sollte vor der  Bedrohung aus Nordkorea schützen. Die nordkoreanischen Raketentests dienten als Argument für THAAD. 

Der Grund und Boden wurde durch einen Landtausch von der südkoreanischen Firma Lotte von der Regierung erworben. Zuvor hatte Peking gewarnt, dass dies Repressalien nach sich ziehen würde. Die chinesische Regierung machte ernst und rief zum Boykott gegen die Firma Lotte auf. In China mussten Lotte-Geschäfte schließen, und die chinesischen Touristen blieben aus, die sonst die Lotte-Kaufhäuser in Seoul füllten, um dort zollfrei einzukaufen. Die Regierung Pekings fürchtet, dass der Radar des THAAD-Systems für Spionagezwecke gegen China missbraucht werden könnte und missbilligt die Aufrüstung auf der koreanischen Halbinsel. Derzeit sind rund 28.500 US-Soldaten in Südkorea stationiert. 

Das südkoreanische Volk fühlte sich von der Entscheidung der Regierung, damals noch unter Präsidentin Park Geun-hye, überrumpelt. Im Wahlkampf kritisierte der jetzige Präsident Moon Jae-in die THAAD-Lieferung.  

In Iowa machte US-Präsident Donald Trump die THAAD-Kosten zum Thema: 

Ich sagte, also lasst mich deutlich werden, wir haben ein System, das sehr teuer ist, und wir schießen Raketen ab, die von Nordkorea nach Südkorea abgefeuert werden. Okay, also wir schützen Südkorea, ja? Warum zahlen die nicht? 

Trump hatte sich an einen General gewandt, um nach dem Preis von THAAD zu fragen. Dieser sagte ihm, dass Südkorea ein Alliierter sei und daher nicht zahlen werde: 

Dann sagte ich, okay, gib mir die schlechten Nachrichten. Raytheon, gib mir die schlechten Nachrichten. Wie viel wird es kosten? (Er:) 'Sir, eine Milliarde Dollar.' Ich sagte darauf: Boah, boah! Also setzen wir da ein System hin, für das wir zahlen, und es kostet uns eine Milliarde, um ein sehr reiches Land (Südkorea) zu schützen (...), richtig?

Die US-Rüstungsfirma Lockheed hatte gerade ein Jubiläum mit der 300. Lieferung eines THAAD-Systems zu verzeichnen.

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Die Anwohner des südkoreanischen Dorfes Soseong-ri demonstrieren weiterhin gegen das Militärgerät. Rund um die Uhr können sie das Summen des THAAD-Systems hören und sorgen sich vor der Schädigung ihrer Ernte durch die elektromagnetischen Wellen des Radars. Nach dem Treffen zwischen Donald Trump und dem nordkoreanischen Staatsoberhaupt Kim Jong-un sehen sie keinen Grund mehr für das System in ihrer Heimat. Auf ihren Demonstrationsplakaten ist zu lesen: 

Nehmt THAAD mit, die nordkoreanische nukleare Bedrohung ist weg. Keine Atombomben, kein THAAD. 

Den Korea-Krieg wollen Nord- und Südkorea bis Ende des Jahres endgültig beenden. 

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