Asien

Sri Lanka kommt wegen Währungsknappheit mit Auslandsschulden in Verzug

Sri Lanka hat aufgrund der Krise bei der Einfuhr lebenswichtiger Güter, die durch den Mangel an Devisen entstanden sind, einen "präventiven Zahlungsausfall" erklärt. Die Republik beabsichtigt, die Devisenreserven für deren Kauf zu verwenden, anstatt Schulden zu tilgen.
Sri Lanka kommt wegen Währungsknappheit mit Auslandsschulden in VerzugQuelle: Gettyimages.ru © NurPhoto

Sri Lanka setzt die Zahlungen auf alle Auslandsverbindlichkeiten bis zu deren Umstrukturierung aus, so das Finanzministerium des Landes in einer Erklärung. Das Ministerium kündigte an:

"Die jüngsten Ereignisse, einschließlich der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der Militäraktion in der Ukraine, haben die finanzielle Lage Sri Lankas so sehr verschlechtert, dass eine weitere normale Bedienung der Auslandsschulden unmöglich geworden ist."

Das Finanzministerium wies darauf hin, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) Ende letzten Monats die Höhe der Schulden Sri Lankas als "untragbar" eingestuft habe. In der Erklärung heißt es:

"Obwohl die Regierung außerordentliche Anstrengungen unternommen hat, um alle Auslandsschulden Sri Lankas zu begleichen, ist nun klar, dass dies nicht mehr möglich ist und dass eine umfassende Umstrukturierung dieser Verbindlichkeiten erforderlich ist."

Die srilankische Regierung beabsichtigt daher, den normalen Schuldendienst für eine Übergangszeit auszusetzen, bis die Schulden im Rahmen des vom IWF unterstützten wirtschaftlichen Anpassungsprogramms umstrukturiert werden können. Für alle bis zum 12. April 2022 ausstehenden Schulden wurde Verzug erklärt. Neue Kreditlinien und Rückzahlungen im Rahmen bestehender Kredite nach diesem Datum werden wie üblich bedient.

Wie Nandalal Weerasinghe, Chef der Zentralbank von Sri Lanka, auf einer Pressekonferenz erläuterte, sollen die Devisenreserven nun nicht zur Begleichung der Auslandsschulden, sondern zur Einfuhr benötigter Güter verwendet werden, bei denen Probleme aufgetreten sind. Er erklärte:

"Wir haben eine Situation erreicht, in der die Fähigkeit, unsere Schulden zu bedienen, sehr gering ist. Deshalbhabenwirbeschlossen, vorsorglichinVerzugzugeraten."

Nach Angaben der srilankischen Aufsichtsbehörde, die von Reuters zitiert wird, hatte das Land Ende März 12,6 Milliarden US-Dollar (etwa 11,6 Milliarden Euro) an ausstehenden Schulden und 1,9 Milliarden US-Dollar (etwa 1,7 Milliarden Euro) an Devisenreserven.

Den Analysten von JPMorgan zufolge wird sich die Gesamtverschuldung Sri Lankas im Jahr 2022 auf sieben Milliarden US-Dollar (6,4 Milliarden Euro) und das Leistungsbilanzdefizit auf drei Milliarden US-Dollar (2,7 Milliarden Euro) belaufen.

Sri Lanka hat aufgrund der Wirtschaftskrise und des Mangels an Devisen zur Bezahlung von Importen mit Problemen bei der Versorgung mit Strom, Treibstoff, Lebensmitteln und Medikamenten zu kämpfen, was zu Protesten der Bevölkerung führte. Sri Lankas Finanzminister Ali Sabry hatte zuvor der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, dass das Land drei Milliarden US-Dollar (2,7 Milliarden Euro) an Hilfsgeldern benötige, um die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern, einschließlich Treibstoff und Medikamenten, wieder aufzunehmen.

Am 8. April hatte die Zentralbank Sri Lankas ihren Leitzins um sieben Prozentpunkte erhöht, um die Inflation zu bekämpfen und die Wirtschaft zu stabilisieren.

Mehr zum Thema - Sri Lanka rutscht in schwere Wirtschaftskrise: Proteste vor Präsidentenpalast

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team