Asien

US-General: IS und al-Qaida erstarken in Afghanistan

In Afghanistan erstarken Terrororganisationen wie der Islamische Staat und al-Qaida. Darauf hat ein hochrangiger US-Offizier während einer Senatsanhörung in Washington hingewiesen. Die Taliban-Regierung sei untätig, so die Kritik des Militärvertreters.
US-General: IS und al-Qaida erstarken in Afghanistan© AP Photo/Susan Walsh

Generalleutnant Michael Kurilla, der die Leitung des US-Zentralkommandos (CENTCOM) übernehmen soll, beschuldigt die Taliban-Regierung in Afghanistan der Weigerung, gegen die Terrorgruppen Al-Qaida und IS-K, einen örtlichen Ableger des Islamischen Staates, vorzugehen. Der US-General sagte am Dienstag dem Streitkräfteausschuss des US-Senats:

"Eine der Herausforderungen ist die Bedrohung des Heimatlandes durch Al-Qaida und IS-K. Sie im Begriff, sich neu zu formieren. Die Taliban haben sich nicht von Al-Qaida und IS-K losgesagt."

Er verwies auf die Freilassung von Gefangenen aus den Gefängnissen von Bagram und Pul-e-Charkhi durch die Taliban, nachdem die militante Gruppe im vergangenen Jahr Afghanistan zurückerobert hatte. Verweisend auf Al-Qaida und IS-K fügte Kurilla hinzu:

"Sie streben zwar danach, anzugreifen, sind aber noch nicht dazu in der Lage."

Die Äußerungen des Generals erfolgten eine Woche nach der Veröffentlichung eines UN-Berichts, in dem es hieß, dass Al-Qaida, die Dschihadisten-Gruppe, die für die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich gemacht wird, nach der Übernahme Afghanistans durch die Taliban "erheblichen Auftrieb" erhalten habe. Einige ihrer "engsten Sympathisanten" würden mit den Taliban nun in Kabul an der Macht sitzen.

Billal Karimi, der stellvertretende Sprecher der von den Taliban geführten Regierung, wies Kurillas Äußerungen als Propaganda zurück, der es an "Beweisen oder Unterlagen" fehle. Laut TOLOnews erklärte er:

"Wir hoffen, dass die Welt, anstatt Propaganda und Behauptungen ohne Beweise zu verbreiten, sich mit dem Islamischen Emirat auseinandersetzt und mit ihm zusammenarbeitet."

Dabei verwendete er die offizielle Bezeichnung der Taliban für ihr Regime in Afghanistan.

Die Taliban übernahmen die Macht in Afghanistan im vergangenen Jahr während der Endphase des Abzugs der westlichen Streitkräfte aus dem Land nach fast zwei Jahrzehnten US-geführter Besatzung. In einer schriftlichen Erklärung, die dem US-Senat vor der Anhörung in dieser Woche vorgelegt wurde, stellte Kurilla fest, dass "die strategischen Auswirkungen dieses Krieges noch nicht vollständig verstanden werden".

IS-K hat sich zu einem Bombenanschlag außerhalb des Flughafens von Kabul im August 2021 mit 13 getöteten US-Soldaten und mehr als 160 afghanischen Zivilisten sowie später zu ähnlichen Anschlägen gegen die Taliban-Regierung bekannt.

Die Terrororganisation Islamischer Staat erstarkte im Jahr 2014 und eroberte rasch große Teile Nordiraks und Ostsyriens. Das selbst ernannte IS-Kalifat begann später aber an Boden zu verlieren und wurde durch die von den USA und Russland geführten Militäroperationen weitgehend ausgelöscht.

Am 3. Februar gab Washington bekannt, dass der IS-Anführer Abu Ibrahim al-Hashimi al-Qurashi bei einem US-Angriff im Nordwesten Syriens getötet wurde. Sein Vorgänger Abu Bakr al-Baghdadi wurde im Jahr 2019 unter ähnlichen Umständen getötet.

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