Asien

Massiver Stromausfall in Mittelasien

Heftige Stromausfälle wurden in den mittelasiatischen Staaten Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan gemeldet. Sie erfassten dabei gleich ganze Regionen. Über mehrere Stunden konnten sowohl Gebäude als auch Züge nicht versorgt werden. Teilweise fiel auch das Internet aus.
Massiver Stromausfall in MittelasienQuelle: Gettyimages.ru © Jeanette Dobrindt

Am 25. Januar, nach 9:00 Uhr Ortszeit, trudelten die ersten Nachrichten über Stromausfälle in Usbekistan ein. Nach Angaben von Anwohnern war unter anderem in Taschkent (dort zunächst nur gebietsweise), Gulistan, Karschi, Samarkand, Buchara, Kokand und Tschirtschik der Strom weg.

Ähnliche Nachrichten kamen auch aus Almaty, Taldykorgan, Taras und Schymkent im benachbarten Kasachstan. Ebenso wie aus einigen Regionen Kirgisistans, darunter die Hauptstadt Bischkek. Dort sei zudem die Wasserversorgung ausgefallen. Nur zwei bis drei Stunden später erfasste der Stromausfall dann alle Stadtgebiete der zuvor lediglich teilweise betroffenen usbekischen Hauptstadt Taschkent. Die U-Bahn fuhr dort nicht mehr, und viele Einwohner blieben ohne heißes Wasser. Probleme mit der Wasserversorgung und Heizung wurden zeitgleich aus vielen anderen Regionen Usbekistans gemeldet. Auch der Straßenverkehr musste statt mit Ampeln von der Verkehrspolizei geregelt werden. Das war zur gleichen Zeit auch im kirgisischen Bischkek der Fall. Wobei dort streckenweise sogar gelähmte Oberleitungsbusse die Straßen blockierten. Kirgisische Flughäfen mussten auf Notstromaggregate umstellen und den Flugbetrieb stark herunterfahren; an den Flughäfen Usbekistans wurde der Betrieb gänzlich unterbrochen.

Spannungs- und Leistungssprünge Grund für automatische Abschaltung?

Der gleichzeitige Ausfall in allen drei Mitgliedsstaaten des sogenannten Vereinten Zentralasiatischen Energieversorgungsrings weckte bei vielen den Verdacht, eine Überreaktion von automatischen Sicherungsschaltern auf irgendeinen Reizfaktor könnte der Grund des Ausfalls sein: Schon um 10 Uhr Ortszeit meldete das Nationale Stromversorgungsnetz Kirgisistans ebendiese Diagnose und kündigte die landesweite Wiederherstellung der Stromversorgung innerhalb einer Stunde an. Kurz nach 11 wurde zudem bekannt gegeben, dass es an den kirgisischen Kraftwerken keinerlei Unfälle oder Ähnliches gegeben habe. Zumindest in einigen Stadtgebieten Bischkeks fruchteten die Versuche schon um 12:30 Uhr Ortszeit.

In Kasachstan leitete man aus wohl ähnlichen Überlegungen die Idee ab, Teilnetze mit Kraftwerken gebietsweise aus diesem Ring auszukoppeln und so die Versorgung zunächst wiederherzustellen. Diesen Weg beschritt Almaty als erstes: Der Energieversorgungsknoten der gleichnamigen Region konnte gegen 13 Uhr Ortszeit den Betrieb im isolierten Modus wiederaufnehmen. Etwa 50 Prozent der zu versorgenden Objekte wurden wieder mit Strom beliefert, und nur anderthalb Stunden später auch die restlichen Verbraucher im Regionalnetz. Die Wiederherstellung der landesweiten Stromversorgung wurde angekündigt. Dies schaffte man kurz vor 20 Uhr nach Nur-Sultaner Zeit.

In Kirgisistan, das, anders als angekündigt, um 13:30 Uhr immer noch nicht voll versorgt war, erklärte man um dieselbe Uhrzeit ebenfalls ausdrücklich, den Weg einer isolierten Wiederinbetriebnahme der einzelnen Teilnetze, aus dem Stromversorgungsring ausgekoppelt, zu gehen. Zumal alle größeren Stromerzeugungsanlagen der Republik intakt und im Standardbetriebsmodus seien. Alle größeren Krankenhäuser verfügten zudem über Notgeneratoren, verkündete das Gesundheitsministerium. Um 16 Uhr Ortszeit war die Stromversorgung laut Energieministerium zu 50 Prozent, und um 17 Uhr vollständig gewährleistet. Um 21 Uhr hatte sich die Situation dann wieder stabilisiert.

In Usbekistan zeigte die etappenweise Wiederherstellung der Stromversorgung nach 15 Uhr erste Ergebnisse. Auch die Flughäfen des Landes nahmen ihren Betrieb – wenngleich begrenzt – wieder auf. 

Die Gründe für die massiven Stromausfälle werden aktuell ermittelt. Allerdings haben sich die Verantwortlichen Kasachstans und Usbekistans bereits gegenseitig die Schuld zugewiesen: Das usbekische Energieministerium äußerte die Vermutung, ein Unfall in Kasachstan habe zu einem plötzlichen und heftigen Spannungsanstieg im kasachischen Netz geführt. Die kasachische Netzkontrollgesellschaft mutmaßte, irgendwo im Netz bei den Nachbarn Kirgisistan und Usbekistan habe sich eine "Havarie provozierende Dysbalance" ergeben. Dies habe einen Leistungsanstieg im Transitnetz verursacht, wodurch wiederum das kasachische Netz in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Kirgisistans nationale Energieholding hielt demgegenüber ebenso zurückhaltend wie staubtrocken das Offensichtlichste fest: In einem der Stromnetze habe es eine Betriebsstörung gegeben.

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