Asien

Indien: Nutzung von Mercks COVID-19-Pille wegen Bedenken über Nebenwirkungen ausgesetzt

Indien hat angekündigt, die COVID-19-Pille von Merck & Co. (MSD) aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht in sein nationales Behandlungsprotokoll aufzunehmen. Laut dem Indischen Rat für medizinische Forschung können fötale Defekte und Zellveränderungen auftreten.
Indien: Nutzung von Mercks COVID-19-Pille wegen Bedenken über Nebenwirkungen ausgesetztQuelle: www.globallookpress.com © Rafael Henrique/Keystone Press Agency

Indien hat angekündigt, die Verwendung des vom Pharmakonzern Merck & Co. (MSD) entwickelten Coronavirus-Präparats aufgrund von Bedenken hinsichtlich seiner Sicherheit einzuschränken. Am Mittwoch erklärte der staatliche Indische Rat für medizinische Forschung (ICMR), dass er sich "großer Sicherheitsbedenken" bewusst geworden sei. ICMR-Generaldirektor Balram Bhargava sagte, dass das Medikament Teratogenität und Mutagenität verursachen, Knorpelschäden hervorrufen und Muskeln schädigen kann.

"Noch wichtiger ist, dass bei der Verabreichung dieses Medikaments drei Monate lang verhütet werden muss, denn für ungeborene Kinder könnte dies problematisch sein und teratogene Auswirkungen haben."

Als Teratogene bezeichnet man Wirkstoffe, die die Entwicklung von Föten schädigen können, während Mutagene das Erbgut der Patienten angreifen können. Merck hingegen hatte behauptet, eine Studie zu seinem Medikament beweise, dass es nicht zu Geburtsfehlern oder Krebs führe. In der Studie seien sogar noch höhere Dosen und längere Verabreichungszeiträume getestet worden als die, die normalerweise für Menschen in Betracht kommen. Bhargava erklärte dazu:

"Die WHO hat es nicht aufgenommen (in die Liste empfohlener COVID-Medikamente, Anm. d. Red.), das Vereinigte Königreich hat es bis jetzt nicht aufgenommen. Die derzeitige Empfehlung bleibt bestehen, dass es nicht Teil der Behandlung der nationalen Taskforce ist."

Das Medikament wurde im Dezember von der indischen Aufsichtsbehörde zugelassen und sollte nächste Woche auf dem privaten Markt angeboten werden. Weder Merck noch Dr. Reddy's Laboratories, ein indischer Arzneimittelhersteller, der eine generische Version des Medikaments auf den Markt bringen wollte, haben bisher zu Anfragen der Medien Stellung genommen. Das Medikament ist bereits in anderen Ländern der Welt zugelassen, unter anderem in Großbritannien, Japan und Dänemark. Die Studiendaten waren jedoch enttäuschend, sodass einige Länder sich stattdessen für das COVID-Medikament von Pfizer entschieden.

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