Asien

Existenzängste: Fukushimas Landwirte sorgen sich vor Folgen des kontaminierten Reaktorwassers

Die japanische Regierung beschloss, mehr als eine Million Tonnen kontaminierten Wassers des Fukushima-Reaktors ins Meer abfließen zu lassen. Während die internationale Gemeinschaft sich nicht widersetzt, sorgen sich China und Südkorea. Japanische Landwirtschafte der Region plagen Existenzängste. 
Existenzängste: Fukushimas Landwirte sorgen sich vor Folgen des kontaminierten ReaktorwassersQuelle: www.globallookpress.com © © Lars Nicolaysen

Im März 2011 löste das Tohoku-Erdbeben vor der Küste des japanischen Fukushimas einen 14 Meter hohen Tsunami aus. Dieser führte zu einer nuklearen Katastrophe der am Meer gelegenen Daiichi-Nuklearanlage. Vier von insgesamt sechs Reaktorblöcken wurden zerstört. Die Menge an freigesetzter radioaktiver Emission betrug rund 10 bis 20 Prozent der Menge an Emissionen der Tschernobyl-Katastrophe. Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel in der japanischen Unfallregion wurden kontaminiert. Im Jahr 2018 gab es ein Todesopfer, welches auf die Strahlung zurückzuführen ist. 

Rund 150.000 Menschen mussten evakuiert werden. Die Landwirtschaftsprodukte der Region werden seither auf ihre Radioaktivität hin überprüft, bevor sie in den Verkauf gehen. Zu den beliebten Produkten aus Fukushima gehören Birnen. Pro Jahr werden dort rund 13.000 asiatische Birnen geerntet. 

Fukushima galt immer als das "Königreich der Früchte". Neben asiatischen Birnen werden hier Kirschen und Äpfel geerntet. Japanische Landwirte der Region fürchten, dass die Freisetzung von Wasser aus dem Unglücksreaktor den Boden kontaminieren und die Preise ihrer Landwirtschaftsprodukte drücken könnte. Ab dem Jahr 2023 soll das Abwasser aus dem havarierten Atomkraftwerk ins Meer geleitet werden. Sieben Jahre lang hatte die Regierung darüber gestritten. Die angesammelte Menge entspricht der Fassmenge von rund 500 Schwimmbecken olympischer Größe. Da die Reaktoren auch weiterhin gekühlt werden müssen, steigt die Ansammlung des Wassers. Der Speicherplatz wird knapp. 

Tokio hofft auf diese Weise, die Aufräumarbeiten weiterzuführen. Um den Umweltschaden zu begrenzen, wird das Wasser zuvor aufbereitet. Das radioaktive Wasserstoff-Isotop Tritium aber wird nicht aus dem Abwasser eliminiert werden können. Das Isotop hat eine Halbwertszeit von 12,32 Jahren und wird auch als "überschwerer Wasserstoff" bezeichnet. Bei einer Aufnahme im Körper wird nur ein kleiner Teil organisch gebunden, der größte Teil wird wieder ausgeschieden. 

Der Betreiber Tepco hat angekündigt, für Schäden in Verbindung mit dem Abwasser aufzukommen. Der Birnen-Bauer und Vizepräsident der lokalen Agrargenossenschaft, Hiroaki Kusano, aber sorgt sich dennoch um die Folgen des Imageschadens: 

"Wir sind gerade dabei, unsere Preise wieder zu normalisieren, nachdem sie nach der Katastrophe stark gesunken waren, aber jetzt müssen wir uns erneut mit dem potenziellen Imageschaden auseinandersetzen, der durch die Freisetzung des Wassers entstanden ist." 

Auch die Fischer fürchten ein Existenzproblem, ausgelöst durch den Imageschaden, der für ihre Fänge in dem Gebiet entstehen könnte. 

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