Asien

Indien will Gas- und Kohlevorräte anhäufen, um künftige Energieengpässe zu vermeiden

Berichten zufolge denkt Neu-Delhi darüber nach, strategische Erdgas- und Importkohlereserven anzulegen, um künftige Versorgungsengpässe angesichts der sich verschärfenden globalen Energiekrise zu vermeiden.
Indien will Gas- und Kohlevorräte anhäufen, um künftige Energieengpässe zu vermeidenQuelle: Reuters © Shailesh Andrade

Indien hat derzeit mit einer verheerenden Kohleknappheit zu kämpfen. Diese wurde durch einen sprunghaften Anstieg der Stromnachfrage ausgelöst, da das Land seine Wirtschaft nach der Unterbrechung durch die COVID-19-Pandemie wieder in Gang gebracht hat. Ein weiterer Grund ist der Rückgang der Kohleimporte aufgrund der weltweit hohen Kohlepreise.

In dem energiehungrigen Land kam es bereits zu Stromausfällen, die bis zu 14 Stunden pro Tag andauerten, obwohl die staatliche Kohlegesellschaft Coal India, der weltweit größte Kohleförderer, Rekordmengen lieferte.

Auf dem South Asia Power Summit, der vom Verband der indischen Industrie organisiert wird, erklärte Indiens Energieminister Alok Kumar:

"Deshalb sollten wir über eine strategische Reserve an Gas und Importkohle nachdenken und diskutieren, damit Volkswirtschaften in der Lage sind, diese Versorgungsengpässe etwa einen Monat lang zu überbrücken."

"Die hohen Preise werden die Energiesicherheit zu einer großen Herausforderung machen, wenn wir keine gut durchdachte Strategie haben."

Berichten zufolge entfallen mehr als 70 Prozent der indischen Stromerzeugung auf Kohle, und die meisten der 135 Kohlekraftwerke des Landes haben Brennstoffvorräte von weniger als drei Tagen.

Die schwere Energiekrise zwingt Indien, den zweitgrößten Kohleimporteur der Welt mit den viertgrößten Reserven weltweit, mit dem Nachbarland China um Kohlelieferungen zu konkurrieren, da beide Länder derzeit unter Hochdruck versuchen, ihre Importe zu erhöhen.

Indiens durchschnittliche monatliche Einfuhren von Kraftwerkskohle beliefen sich Berichten zufolge vor der COVID-19-Pandemie auf 21 Millionen Tonnen, von denen sechs Millionen Tonnen für den Energiesektor bestimmt waren. Indonesien, Australien und Südafrika gehören zu den Hauptlieferanten des Landes.

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