Asien

US-Luftwaffe fliegt Vergeltungsangriff auf IS-Ableger in Afghanistan

Kurz nach dem Terroranschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul hat das US-Militär nach eigenen Angaben einen lokalen Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" attackiert. Die Lage am Flughafen, wo die USA ihre Evakuierungsflüge fortsetzen, bleibt unterdessen sehr angespannt.
US-Luftwaffe fliegt Vergeltungsangriff auf IS-Ableger in AfghanistanQuelle: Reuters © Josh Smith

Das US-Militär hat mit einem Vergeltungsangriff auf den blutigen Terroranschlag in Kabul reagiert und einen örtlichen Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) attackiert. Wie das US-Zentralkommando Centcom am Freitagabend (Ortszeit) mitteilte, habe der unbemannte Luftschlag in der afghanischen Provinz Nangahar "einem Planer" von ISIS-K gegolten. "Ersten Anzeichen zufolge haben wir das Ziel getötet", sagte Sprecher Bill Urban. Der Centcom-Vertreter sagte mit Blick auf den Luftangriff: "Wir wissen von keinen zivilen Opfern." Weitere Einzelheiten gab das Zentralkommando nicht bekannt. Es war bislang nicht klar, ob die angegriffene Person direkt in den blutigen Anschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt verwickelt war.

Zuvor hatte US-Präsident Joe Biden nach der Terrorattacke von Kabul, bei der am Donnerstag Dutzende Menschen, darunter 13 US-Soldaten, getötet worden waren, Rache geschworen.

"Wir werden nicht vergeben. Wir werden nicht vergessen. Wir werden euch jagen und euch dafür bezahlen lassen."

Am Freitag bekräftigte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, auf einem Pressebriefing die Entschlossenheit des Präsidenten.

Gleichzeitig befürchten die USA einen weiteren Terroranschlag in Kabul. Die US-Botschaft hat in der Nacht zum Samstag erneut eine Sicherheitswarnung veröffentlicht. Alle US-Bürger wurden aufgerufen, die Gegend rund um die Eingangstore zum Flughafen sofort zu verlassen. Stunden vor der Terrorattacke am Donnerstag hatte die US-Botschaft eine ähnliche Warnung veröffentlicht.

Nach Angaben des Weißen Hauses flogen die USA und ihre Verbündeten seit dem Start der Evakuierungsmission in Kabul Mitte August rund 110.000 Menschen aus Afghanistan aus. Zuletzt seien am Freitag binnen zwölf Stunden 4.200 Menschen evakuiert worden. Die US-Regierung ging mit Stand Freitagnachmittag (Ortszeit) davon aus, dass sich noch rund 500 ausreisewillige US-Amerikaner in Afghanistan aufhielten.

Die Taliban kontrollieren seit Mitte August Kabul und damit auch das Gebiet rund um den Flughafen. An den Toren und im Inneren des Geländes haben allerdings US-Soldaten und deren Verbündete das Sagen. Diese sollen aber spätestens bis zum 31. August abgezogen werden.

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(rt/dpa)

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