Asien

Russischer Außenminister erklärt: "Taliban kontrollieren noch nicht das ganze Land"

Noch ist in Afghanistan nichts entschieden. Nordöstlich von Kabul formiert sich eine Widerstandsfront gegen die Taliban, erklärt der russische Außenminister Lawrow. Er fordert einen Dialog mit allen politischen Akteuren Afghanistans, damit eine neue Regierung gebildet werden kann.
Russischer Außenminister erklärt: "Taliban kontrollieren noch nicht das ganze Land"Quelle: www.globallookpress.com © Emmanuele Contini

Den afghanischen Nationalfeiertag nutzten Afghanen, um mit ihren Nationalflaggen gegen die drohende Herrschaft der Taliban zu demonstrieren. Hierbei sollen mehrere Menschen durch Schüsse oder bei der anschließenden Massenpanik ums Leben gekommen sein. 

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bestätigte, dass sich Anti-Taliban Einheiten nordöstlich von Kabul im Pandschschir-Tal formierten und betonte, dass dieser Teil des Landes von strategischer Wichtigkeit sei. Während der Herrschaft der Taliban wurde die Region erfolgreich gegen die militant islamistische Gruppe verteidigt. 

Angeführt wird der Widerstand durch Vizepräsident Amrullah Saleh und Ahmad Massoud, dem Sohn eines getöteten Anti-Taliban-Kommandeurs. Hierzu sagte Lawrow: 

"Es gibt Berichte über die Lage im Pandschschir-Tal, wo sich der Widerstand des afghanischen Vizepräsidenten Saleh und Ahmad Massoud konzentriert. Die Taliban kontrollieren nicht das gesamte Gebiet Afghanistans."

Um Frieden im Land zu schaffen, müssten alle politischen Akteure des Landes in einen Dialog eingebunden werden. Nur dann könne eine repräsentative Regierung entstehen.

Vizepräsident Saleh sieht sich nach der Flucht des Präsidenten Ashraf Ghani als rechtmäßiger Präsident Afghanistans und Hüter der Verfassung. Das Taliban-Emirat sei weder "legitim noch national". Die internationale Gemeinschaft scheint dies nicht so zu sehen und spricht nur von der Machtübernahme der Taliban. Dem Aufruf, nach Pandschschir zu kommen und von dort aus den Widerstand gegen die Taliban zu organisieren, sollen nach Berichten inzwischen Zehntausende Angehörige der afghanischen Streitkräfte gefolgt sein. 

US-Präsident Donald Trump hatte den Afghanistan-Einsatz seines Landes nach 20 Jahren beenden wollen und einen Friedensvertrag mit den Taliban geschlossen. Der teuerste und längste Krieg in der USA sollte mit dem Abzug der US-Truppen Geschichte werden. Sein Nachfolger Joe Biden zog die Truppen ab, es folgte eine massive Offensive der Taliban, bis diese am Sonntag auch die Hauptstadt Kabul einnahmen. 

Der Washington Post teilte der Sohn des getöteten Anti-Taliban-Kämpfers Massoud mit, man habe lange im Voraus Vorbereitungen getroffen, um sich verteidigen zu können: 

"Wir haben Munitions- und Waffenvorräte, die wir seit der Zeit meines Vaters geduldig gesammelt haben, weil wir wussten, dass dieser Tag kommen könnte. Wenn die Taliban-Warlords einen Angriff starten, werden sie natürlich auf unseren entschiedenen Widerstand stoßen." 

Dabei betonte er, dass die Taliban nicht nur ein "Problem für das afghanische Volk" seien. Afghanistan würde zu einem Hort des radikalen Terrors, der nicht an den Grenzen des Landes scheitern wird. 

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