Asien

Zweite Bundeswehrmaschine evakuiert 125 Menschen aus Afghanistan

Knapp einen Tag nach dem dramatischen Start der deutschen Rettungsaktion in Afghanistan durften die Evakuierungsflüge zunächst fortgesetzt werden. Die zweite Bundeswehr-Maschine mit 125 Menschen an Bord landete am Dienstagnachmittag in der usbekischen Hauptstadt Taschkent.
Zweite Bundeswehrmaschine evakuiert 125 Menschen aus AfghanistanQuelle: www.globallookpress.com © Hauke-Christian Dittrich

Die Landung eines Transportflugzeugs vom Typ A400M bestätigte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium nach dem Start des Fliegers auf Twitter mitgeteilt, dass sich an Bord der Maschine "deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte sowie weitere zu Schützende" befänden. Bundesaußenminister Heiko Maas twitterte folglich:

"Die Luftbrücke ist angelaufen und wird intensiv fortgesetzt, sofern die Sicherheitslage dies irgendwie zulässt."

Nach der faktischen Machtübernahme der Taliban hatte eine erste Maschine in der vorangegangenen Nacht die ersten fünf Deutschen sowie einen Europäer und einen Afghanen aus Kabul unter schwierigen Bedingungen ins Nachbarland Usbekistan ausgeflogen. Die Airbus A400M war zuvor fünf Stunden lang über dem Flughafen Kabul gekreist, der wegen chaotischer Zustände auf dem Rollfeld gesperrt war. Das Benzin hätte nicht mehr lange gereicht.

Die Bundesregierung will die Evakuierungsaktion nun mit Hochdruck fortsetzen. Die beiden A400M sollen zwischen Kabul und Taschkent pendeln. Auch US-Maschinen sollen weiter genutzt werden. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte, sollte eine dauerhafte Luftbrücke, in Abstimmung etwa mit der US-Regierung, zustande kommen, könnten auch mehr Transportkapazitäten bereitgestellt werden.

Noch an diesem Dienstag plante die Bundeswehr zwei weitere Evakuierungsflüge aus Kabul, wie Maas in Berlin mitteilte. Die Lage am Flughafen habe sich inzwischen stabilisiert, sagte der Außenminister. Deutsche Staatsangehörige würden auf dem Weg zum Flughafen an Kontrollstellen der Taliban durchgelassen. Daher habe die Botschaft sie aufgefordert, sich zum Flughafen zu begeben.

Auch Ortskräfte befänden sich bereits am Flughafen. Man sei dabei, zusammen mit den USA und anderen Partnern zu organisieren, dass weitere Ortskräfte ebenfalls dorthin kommen könnten, sagte Maas. Er präzisierte dabei, dass diese deutlich größerer Gefahr ausgesetzt seien, "weil es die Zusage, an den entsprechenden Kontrollpunkten der Taliban durchgelassen zu werden, nicht gibt".

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(rt/dpa)

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