Asien

Pjöngjang wirft USA Invasionsübung vor und kündigt Aufrüstung für Präventivschläge an

Nordkorea hat scharf gegen die jährlichen gemeinsamen Übungen der US- und südkoreanischen Streitkräfte protestiert. Sie würden die Sicherheit des koreanischen Volkes gefährden. Pjöngjang hat als Gegenmaßnahme den Aufbau eigener militärischer Fähigkeiten angekündigt.
Pjöngjang wirft USA Invasionsübung vor und kündigt Aufrüstung für Präventivschläge anQuelle: Reuters © JORGE SILVA

Nordkorea hat erklärt, seine Fähigkeit zu "Präventivschlägen" verbessern zu wollen. Die Ankündigung erfolgte zeitgleich zum Beginn der gemeinsamen Manöver Südkoreas mit den Vereinigten Staaten. Laut Pjöngjang bedrohen diese jährlichen Übungen die Stabilität und verstärken die Spannungen in der Region.

Die Schwester des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-un und Spitzenfunktionärin der regierenden Arbeiterpartei Kim Yo-jong verurteilte die Militärübungen am Dienstag scharf. Sie seien Ausdruck einer "feindseligen Politik" der USA und Südkoreas. Bei den Übungen würde praktisch eine Invasion des Nordens simuliert. Sie fügte hinzu, dass Pjöngjang als Reaktion darauf seine Verteidigungsfähigkeiten ausbauen werde. In einer Stellungnahme, die die staatlichen Medien Nordkoreas verbreiteten, schrieb sie:

"Die Übungen sind eine unwillkommene, selbstzerstörerische Aktion, die die Sicherheit unseres Volkes und die Lage auf der koreanischen Halbinsel gefährdet."

Sie wies zudem darauf hin, dass Washington und Seoul "wiederholte Warnungen" vor den Kriegsspielen ignoriert hätten und sich nun einer "ernsteren Sicherheitsbedrohung" gegenüber sähen.

"Wir werden unsere absolute Abschreckung, das heißt unsere nationale Verteidigung und unsere starke Präventivschlagskapazität, die schnell auf jede militärische Aktion gegen uns reagieren kann, weiter stärken, um der ständig wachsenden militärischen Bedrohung durch die USA zu begegnen."

Der eigentliche Beginn der Manöver ist für den 16. August geplant. Die Übungen sind für über eine Woche angesetzt. Beide Seiten wollen Berichten zufolge am Dienstag eine Vorübung zum "Krisenmanagementtraining" abhalten. Der Umfang der Übungen soll in diesem Jahr aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie reduziert werden. Geplant sind größtenteils Computersimulationen, aber Pjöngjang argumentiert, dass sie eine Bedrohung darstellen würden, "unabhängig von der konkreten "Größe" oder "Form" der Übung.

Der Norden hat die jährlichen Übungen in den vergangenen Jahren wiederholt verurteilt und die aktuellen Übungen Anfang des Monats als "feindliche Kriegsübungen" bezeichnet. Seoul dagegen besteht darauf, dass sie "unter keinen Umständen als Gelegenheit zur Verschärfung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel genutzt" würden.

Die Übungen stellen einen Rückschlag in den innerkoreanischen Beziehungen dar, nachdem sich beide Seiten im vergangenen Monat darauf geeinigt hatten, einen vor mehr als einem Jahr stillgelegten grenzüberschreitenden Kommunikationskanal wiederzubeleben, was von Pjöngjang als "großer Schritt" zur Wiederherstellung des Vertrauens auf der Halbinsel begrüßt wurde.

In Abweichung von dieser eher freundschaftlichen Rhetorik kritisierte Kim am Montag die jahrzehntelange US-Militärpräsenz im Süden als "Hauptursache" der Spannungen und sagte, dass die Feindseligkeiten nicht beendet werden könnten, solange noch die rund 30.000 US-amerikanische Soldaten im Süden Koreas stationiert sind. Sie mahnte:

"Wenn auf der koreanischen Halbinsel Frieden herrschen soll, müssen zuerst die Invasionsstreitkräfte und die Kriegsausrüstung, die die Vereinigten Staaten in Südkorea stationiert haben, abgebaut werden."

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